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08.09.2010
 

Doppelleben

Swinger-Pärchen tötete australischen Millionär

Als sich der australische Millionär Herman Rockefeller per Internet zum Swinger-Sex verabredete, traf er seine Killer. Ein Gericht in Melbourne verurteilte die beiden Täter nun wegen Totschlags.

Sydney - Er war ein Fitness-Fanatiker, verheiratet und Vater zweier Kinder: So beschreibt der "Sydney Morning Herald" den Australier Herman Rockefeller. Doch der Millionär führte offenbar ein Doppelleben. Unter dem Namen Andrew Kingston verabredete er sich der Zeitung zufolge per Internet zum Swinger-Sex - und begegnete anschließend seinen Mördern.

Ein Gericht in Melbourne verurteilte am Mittwoch eine 42-jährige Frau und einen 58-jährigen Mann wegen Totschlags zu sieben beziehungsweise neun Jahren Haft. Der Tathergang lässt sich den Prozessberichten der Zeitung "The Age" zufolge so zusammenfassen: Das Paar war mit dem 51-jährigen Finanzinvestor zum Partnertausch verabredet. Doch als Rockefeller in einer Wohnung in Melbourne allein auftauchte, kam es zum Streit. Er hatte zuvor angekündigt, seine Frau mitzubringen.

Der Millionär erlitt den Angaben zufolge bei dem Streit tödliche Kopfverletzungen. Mit einer Kettensäge zerlegte das Paar die Leiche und verbrannte sie. Die Polizei fand Überreste des Körpers im Haus der Frau.

Rockefeller, der nicht mit der gleichnamigen US-Dynastie verwandt war, war im Januar als vermisst gemeldet worden. Seine Frau Victoria konnte sich das Verschwinden ihres Mannes nicht erklären. Als sie sich in einem verzweifelten Appell an die Öffentlichkeit wandte, sagte sie: "Wir wissen nicht, was los ist. Er ist besonnen, das Geschäft läuft gut, und er ist ein Familienmensch."

Wenige Tage später entdeckte die Polizei laut "The Age" 80 Kilometer westlich von Melbourne das Auto des Millionärs. Diese Spur führte die Beamten zum Haus der nun verurteilten Frau.

Richter Terry Forrest sagte laut "Sydney Morning Herald" nach der Urteilsverkündung, Rockefellers Frau müsse wegen der Tat des Paares eine lebenslange Strafe ertragen, die die gesamte Rockefeller-Familie zerstört habe. "Der Schaden, den sie einer ehrenwerten Familie zugefügt haben, ist unermesslich", so Forrest.

Die Witwe verfolgte den Urteilsspruch den Berichten zufolge ohne Regung.

wit/dpa

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