Bauchi - Unter den vier Getöteten sind auch ein Soldat und ein Polizist, wie die Polizei mitteilte. Sechs weitere Menschen befänden sich in kritischem Zustand. Die Sekte Boko Haram wird für den Überfall verantwortlich gemacht.
Von den 762 Insassen der Strafanstalt in Bauchi im Norden des westafrikanischen Landes seien 732 bei dem Angriff entkommen, sagte Gefängnisdirektor Mohammed Ahmed. Etwa 150 der Flüchtigen sollen der radikalislamischen Sekte angehören. Die Behörden vermuten, dass sich die entkommenen Häftlinge in den nahegelegenen Bergen versteckt halten.
Die Lage sei mittlerweile unter Kontrolle, sagte ein Polizeisprecher. 20 geflohene Insassen seien wieder eingefangen worden und elf Sektenmitglieder festgenommen. Ein Gefängniswärter sagte, zahlreiche Bewaffnete hätten auf das Gefängnistor gefeuert und sich Zutritt in das Gebäude verschafft.
Angreifer stecken einen Teil des Gefängnisses in Brand
Dort seien sie von Zelle zu Zelle gegangen, hätten die Türen aufgebrochen und die Insassen befreit. Schließlich hätten die Angreifer einen Teil des Gefängnisses sowie die Fahrzeuge vor dem Gefängnistor in Brand gesteckt.
Nach dem Angriff riegelten Armee und Polizei das Gebiet ab. In der Nacht sei weitgehend Ruhe eingekehrt, berichteten Anwohner. Soldaten und Polizisten hätten aber hin und wieder zur Abschreckung in die Luft geschossen.
Die Sekte Boko Haram ist auch als "Nigerianische Taliban" bekannt. Vor dem Angriff auf das Gefängnis hatten mutmaßliche Kämpfer der Gruppe vor kurzem mit Schießereien auf sich aufmerksam gemacht. Ihr Überfall auf die Strafanstalt fand an dem Tag statt, an dem der Termin für die nigerianische Präsidentschaftswahl auf den 22. Januar 2011 festgelegt wurde.
Boko Haram bedeutet in der örtlichen Sprache Hausa "Die westliche Lehre ist Sünde". Die Sekte kämpft für die Errichtung eines Islamischen Staates in Nigeria, wo die Bevölkerung jeweils zur Hälfte aus Muslimen und aus Christen besteht.
Die radikale Gruppierung soll auch hinter einer Serie von Anschlägen im Juli 2009 stecken. Bei dem Aufstand in der nördlichen Stadt Maiduguri hatten die Aufständischen etliche Regierungsgebäude zerstört, darunter Polizeistationen, Gefängnisse und Schulen. Fast 800 Menschen kamen ums Leben, viele von ihnen in den tagelangen Feuergefechten zwischen der Polizei und den Angreifern.
hip/apd/AFP/rtr
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