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10.09.2010
 

Nach Kündigung

Kraft-Mitarbeiterin schießt auf Arbeitskollegen

Amoklauf nach Entlassung: Polizisten entfernen die Körper der beiden Opfer aus der FabrikZur Großansicht
AP

Amoklauf nach Entlassung: Polizisten entfernen die Körper der beiden Opfer aus der Fabrik

Offenbar aus Rache über ihre Entlassung hat eine Mitarbeiterin der Firma Kraft in Philadelphia das Feuer auf ihre Kollegen eröffnet. Zwei Menschen starben bei der Schießerei in der Fabrik.

Philadelphia - Ein Dritter wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei fand die Opfer im dritten Stock der Fabrik.

Eine Stunde nach der Schießerei nahmen die Beamten laut des Senders NBC Philadelphia eine verdächtige Frau fest. Die 43-Jährige soll seit 15 Jahren bei dem Lebensmittelhersteller Kraft im US-Bundesstaat Pennsylvania gearbeitet haben. "Sie war mit einer Pistole vom Typ 357 Magnum bewaffnet", sagte ein Polizist.

Ein Mitarbeiter des Konzerns sagte, die Frau habe sich mehrmals mit Kollegen sowie der Chefetage gestritten. Kurz vor der Schießerei soll die Verdächtige aus der Fabrik entlassen und zum Ausgang des Betriebes geleitet worden sein, berichtete der Sender Fox News. In einem Auto sei sie zehn Minuten später bewaffnet zurückgekehrt, habe die Sicherheitsabsperrung passiert und sei zu Fuß in das Gebäude gelangt.

Dort habe sie auf einen Mitarbeiter geschossen, sagte Polizeisprecher Frank Vanore. Der Mann sei ihr in die Fabrik gefolgt und habe geschrien: "In Deckung, sie hat eine Pistole."

Ihr erster Schuss sei ins Leere gegangen. Daraufhin habe sie auf drei weitere Menschen gezielt. Anschließend habe sich die Frau in einem Büro in dem Gebäude eingeschlossen und durch ein Fenster auf die Beamten gezielt.

Mehr als 100 Menschen befanden sich in dem Werk

Die Polizei rettete sieben Menschen, die sich in der Nähe des Zimmers versteckt hatten. Über 100 Leute befanden sich zum Zeitpunkt der Schießerei auf dem Gelände der Fabrikanlage. "Ich hörte die Schüsse und bin sofort weggerannt", sagte der Angestellte Andy Ryan. "Während ich die Treppe hinunterlief, hörte ich sie schreien: 'Oh mein Gott, drei Leute sind getroffen", sagte Ryan, der seit 30 Jahren in dem Werk arbeitet.

Ein Sprecher des Unternehmens sagte, die Fabrik werde bis auf weiteres geschlossen bleiben, den Mitarbeiter werde psychologische Beratung angeboten. Kraft ist einer der größten Lebensmittelhersteller in den USA und produziert unter anderem Oreo-Kekse, Frischkäse und Schinken.

Nur wenige Wochen zuvor hatte sich ein ähnlicher Fall bei einem Bierlieferanten in Manchester im US-Bundesstaat Connecticut ereignet: Nach seiner Kündigung tötete dort ein Fahrer zuerst acht Kollegen und anschließend sich selbst. Der Mann war entlassen worden, da ihn ein Überwachungsvideo beim Diebstahl von Bier gezeigt hatte.

hip/AFP/AP

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