Seattle - Es war ein Katz und Maus-Spiel mit der Polizei: Zwei Jahre lang hielt Colton Harris-Moore die US-Polizei auf Trab. Als er gerade einmal 13 Jahre alt war, saß er seine erste Haftstrafe ab, mit 15 tauchte er unter. 2007 wurde der blasse Junge mit dem Lockenkopf zu drei Jahren Jugendhaft verknackt. Schon nach einem Jahr gelang ihm die Flucht - und die Abenteuergeschichte begann.
Er brach in Häuser und Banken ein, stahl Autos, Boote und Flugzeuge. Viele dieser Taten beging er barfuß, daher der Spitzname. Erst 2010 konnte die Polizei ihn schnappen: Nach einer Bruchlandung auf den Bahamas, in einem geklauten Kleinflugzeug, das er ohne Pilotenschein geflogen hatte.
Vor einem Monat hatte ein Landesgericht bereits eine siebenjährige Strafe ausgesprochen, das Urteil fiel vor allem aufgrund der harten Kindheit von Harris-Moore vergleichsweise milde aus. Am Freitag kam nun eine weitere Haftstrafe hinzu: Ein Bundesgericht in Seattle verurteilte ihn zu sechseinhalb Jahren. Die Strafen werden jedoch nicht addiert, sondern gleichzeitig verbüßt.
"Ich weiß jetzt, dass es Jahre dauert, bis man sich von einem Verbrechen erholt hat, das über Nacht geschieht", sagte der 20-Jährige vor Gericht. Er könne sich glücklich schätzen, noch am Leben zu sein.
Bereits während seines ersten Gerichtstermins hatte Harris-Moore angekündigt, seine Opfer entschädigen zu wollen. Geld dafür sollte er bald genug haben. Denn während die Polizei ihn jagt, wird Harris-Moore Kult. Er hat seinen eigenen Fanclub, Filmproduzenten sind an seiner Geschichte interessiert. Ein Vertrag mit der Firma Century Fox soll ihm 1,3 Millionen Dollar einbringen. Laut Gerichtsbeschluss darf der "Barfuß Bandit" allerdings an der Vermarktung seiner Geschichte selbst keinen Cent verdienen. Über die Höhe der Entschädigung soll in einem Monat entschieden werden.
Als der Richter Harris-Moore am Freitag danach fragte, was er seinen Fans sagen würde, antwortete der 20-Jährige: "Ich würde jüngeren Menschen sagen, dass sie sich auf ihre Ausbildung konzentrieren sollen. Das ist, was ich jetzt tun werde." Er wolle eine Firma gründen und etwas in der Welt bewirken. Legal.
aar/AP/dapd
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Na dann trage ich mir für 2012+7=2019 schon einmal "Popcorn" ein. Bin gespannt, was er dann abzieht. mehr...
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