17. November 2006, 18:25 Uhr

Tödliche Fesseln

Mann erstickt bei Polizeieinsatz

Im Allgäu ist ein Mann in Polizeigewahrsam erstickt, weil die Beamten ihn gefesselt auf den Boden gelegt hatten. Der 42-Jährige habe sich heftig gegen seine Festnahme gewehrt, hieß es zur Begründung für das Vorgehen. Gegen den Einsatzleiter wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Immenstadt - Wie die Staatsanwaltschaft Kempten heute mitteilte, seien die Polizisten für den Tod des Mannes verantwortlich. Das habe die Obduktion ergeben. Die Behörde hat ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den Einsatzleiter eingeleitet, der bei dem Vorfall am Dienstagabend dabei war.

Der Mann hatte einen Verkehrsunfall verursacht und war danach ins Krankenhaus eingeliefert worden. Nach der Behandlung flüchtete er von dort. Die Ärzte der Klinik hatten zuvor festgestellt, dass der Patient an einer psychischen Störung leidet und dringend behandelt werden muss.

Als die Polizisten den Mann schließlich aufspürten, wehrte dieser sich dem Bericht zufolge heftig gegen seine Festnahme und verletzte zwei Beamte. Die Einsatzkräfte überwältigten ihn und legten ihn den Angaben zufolge gefesselt auf die Straße. Dort erlitt er einen Herz-Kreislauf-Stillstand, an dem er wenig später trotz Wiederbelebungsversuchen der Polizisten starb.

ffr/ddp


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