04. Dezember 2007, 15:03 Uhr

Doppelmord in Neumünster

Hinterbliebene erheben Vorwürfe gegen Polizei

Schwere Vorwürfe gegen die Polizei: Der Beamte, der in Neumünster seine Frau und deren neuen Freund getötet hat, soll das Paar schon zuvor belästigt haben. Die Kollegen des Mannes, der sich nach der Tat umbrachte, hätten ihn gewähren lassen. Die Staatsanwaltschaft bestreitet das.

Neumünster/Kiel - Angehörige des durch den Beamten getöteten Mannes berichteten der "Hamburger Morgenpost", sie hätten den 47-jährigen Täter bereits mehrfach angezeigt. Die Polizei sei informiert gewesen, habe jedoch nichts unternommen, zitierte das Blatt den 43-jährigen Bruder des Opfers. Der spätere Todesschütze habe nicht nur seine Frau, die ihn verlassen hatte, und ihren Freund, sondern auch dessen Familie bedroht. Die Polizei habe jedoch auf Hilfeersuchen nicht reagiert.

Der Sprecher der zuständigen Kieler Staatsanwaltschaft, Uwe Wick, bestätigte heute, dass im Vorfeld zwei Strafanzeigen vorgelegen hätten. Dabei habe es sich jedoch um den Vorwurf der Sachbeschädigung gehandelt. Sie seien von der Kriminalpolizei Rendsburg bearbeitet worden. Zum Vorwurf der Bedrohung sei nichts bekannt, sagte Wick.

Der Polizeibeamte hatte am späten Sonntagabend im schleswig-holsteinischen Neumünster seine 44-jährige Frau und ihren 52-jährigen Freund getötet. Die Leichen wurden auf dem Rasen im Vorgarten eines Mehrfamilienhauses entdeckt, in dem das Opfer wohnte. Die Frau war zu ihm gezogen.

Nach den tödlichen Schüssen war der Täter zunächst geflüchtet. Am Montagmittag beging er in Kiel auf offener Straße Selbstmord. Der Polizeibeamte schoss sich in der Innenstadt unmittelbar vor dem NDR-Landesfunkhaus mit seiner Dienstwaffe in den Kopf.

ffr/ddp


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