Eine Tonne Kokain geschmuggelt 90-jähriger Drogenkurier zu Haftstrafe verurteilt

Er dürfte einer der ältesten Häftlinge der US-Geschichte werden: Ein 90-Jähriger ist in Detroit zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Mann hatte zugegeben, mehr als eine Tonne Kokain geschmuggelt zu haben.

REUTERS

Detroit - Im US-Bundesstaat Michigan ist ein 90-Jähriger wegen Drogenschmuggels zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Nach Überzeugung des Gerichts hatte Leo S. im Auftrag eines mexikanischen Kartells auf mehreren Fahrten mehr als eine Tonne Kokain nach Michigan geschafft. Der Senior hatte die Taten bereits im vergangenen Jahr gestanden.

Zu der Haftstrafe wurde S. am Mittwoch in Detroit verurteilt - an seinem neunzigsten Geburtstag. "Was ich getan habe, bricht mir das Herz, Euer Ehren", sagte er unter Tränen vor Gericht. "Aber es ist nun mal geschehen." Anwalt Darryl Goldberg führte zu seiner Verteidigung an, S. leide an Demenz. Wegen der Krankheit habe sein Mandant die Situation falsch eingeschätzt und sei zum Drogenkurier geworden.

Zudem wies Goldberg auf die Vergangenheit des Mannes hin. So habe S. im Zweiten Weltkrieg gegen die Nazis gekämpft und sei für seine Leistungen mit dem "Bronze Star" ausgezeichnet worden. "So sollten wir nicht mit unseren Helden umgehen, egal, ob sie in Ungnade fallen oder nicht", sagte der Jurist über die drohende Haftstrafe.

Staatsanwalt Christopher Graveline entgegnete, man könne Verbrecher nicht einfach wegen ihrer militärischen Verdienste laufen lassen. S. habe sein Alter und sein Aussehen genutzt, um bei seinen Fahrten keinen Verdacht zu erregen.

Einem Bericht des Senders ABC zufolge hatte S. im Bundesstaat Indiana ein Blumenzucht-Unternehmen betrieben - offenbar die perfekte Tarnung für seine Schmuggeldienste. Im Jahr 2011 war er laut "Detroit Free Press" am Steuer seines Pick-ups gefasst worden. Allein an diesem Tag habe er Kokain im Wert von drei Millionen Dollar an Bord gehabt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine fünfjährige Haftstrafe gefordert, das gesetzliche Minimum liegt eigentlich bei 14 Jahren. Zusätzlich muss S. eine Geldstrafe von 500.000 Dollar zahlen. Sein Grundstück in Florida wird beschlagnahmt und verkauft.

rls/AP

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