Erschossener Obdachloser in Los Angeles Stadt zahlt zwei Millionen Dollar an Familie

In Los Angeles beschoss 2015 ein Polizist einen Obdachlosen, der Mann starb. Ein Video des Einsatzes kursierte im Netz, eine Debatte um Polizeigewalt entbrannte. Nun will die Stadt die Hinterbliebenen entschädigen.

Facebook/Anthony Blackburn

Die Jury eines Gerichts in Los Angeles hat entschieden, dass Polizisten für den Tod eines Obdachlosen verantwortlich sind. Der 43-Jährige wurde im März 2015 erschossen. Ein Video der Aktion kursierte im Netz - und löste eine Debatte über Polizeigewalt aus.

Drei Polizisten waren damals um die Mittagszeit in ein Obdachlosenviertel in Los Angeles gerufen worden. Die Ermittler suchten nach dem Täter eines Überfalls. Bei ihrem Einsatz trafen die Männer auf den 43-Jährigen, kurze Zeit später starb er durch ihre Kugeln. Ein Video der Aktion war damals bei Facebook hochgeladen worden.

Die achtköpfige Jury entschied, dass einer der Polizisten "unverhältnismäßige Gewalt" angewendet habe; der Vorgesetzte habe es verpasst, einzugreifen. Der dritte beteiligte Polizist wurde freigesprochen.

Kurz nach der Entscheidung der Jury einigten sich die Stadt Los Angeles und die Familie des Toten: Die Stadt zahlt den Hinterbliebenen 1,95 Millionen Dollar, wie die "Los Angeles Times" berichtet. Die Staatsanwaltschaft Los Angeles hatte zuvor keine Anklage gegen die Polizisten erhoben. Das Vorgehen sei richtig gewesen, da der Obdachlose nach der Waffe von einem der Polizisten gegriffen habe.

Der Einsatz fiel in eine Zeit, in der mehrere Fälle von Polizeigewalt bekanntwurden, die für Unruhen und Proteste sorgten. So mussten sich beispielsweise im Bundesstaat New Mexico zwei Beamte vor Gericht verantworten, weil sie einen Obdachlosen erschossen hatten. Und Beamte in Texas mussten sich für die tödlichen Schüsse auf eine 17-Jährige rechtfertigen. Auch in diesen beiden Fällen hatte es Videos der Zwischenfälle gegeben.

jpz/Reuters



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