Brutale Attacke in Jülich Sieben Fußballplatz-Schläger zu Haftstrafen verurteilt

Sie waren mit Baseballschlägern und Schlagringen bewaffnet: Das Landgericht Aachen hat sieben Männer zu Freiheitsstrafen verurteilt - wegen einer brutalen Prügelattacke auf einem Fußballplatz.

Fußballplatz des SV Grün-Weiß Welldorf-Güsten (Archiv)
DPA

Fußballplatz des SV Grün-Weiß Welldorf-Güsten (Archiv)


Bei einem Überfall auf ein Fußballspiel im nordrhein-westfälischen Jülich wurden Spieler und Zuschauer im November 2016 zusammengeprügelt. Nun hat das Aachener Landgericht sieben Täter zu Haftstrafen verurteilt. Drei Angeklagte erhielten wegen gefährlicher Körperverletzung Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren und drei Monaten. Bei vier weiteren Angeklagten wurden die Strafen zur Bewährung ausgesetzt. Ein Angeklagter wurde von den Richtern freigesprochen.

Die Männer mit türkischen Wurzeln hatten laut Anklage die vermeintliche Ehrverletzung eines Freundes rächen wollen. Bei der Attacke hatten es die 21 bis 42 Jahre alten Angeklagten demnach auf einen deutsch-libanesischen Spieler abgesehen. Sie traten und schlugen aber auch andere Spieler und Zuschauer, selbst als diese schon am Boden lagen.

In einigen Fällen setzten sie laut Anklage Baseballschläger oder Schlagringe ein. Zehn Menschen wurden verletzt, sie erlitten Knochenbrüche, Prellungen und Platzwunden.

Der Bruder eines Angreifers war laut Anklage zwei Tage vor der Attacke mit dem Deutsch-Libanesen aneinandergeraten und hatte dabei den Kürzeren gezogen. Bei dem Platzsturm kurz vor dem Anpfiff des Bezirksliga-Spiels zwischen dem SV Grün-Weiß Welldorf-Güsten und den Sportfreunden Düren sollen insgesamt 20 Angreifer mitgemacht haben. Aber nur acht konnten anschließend von der Polizei ermittelt werden.

Angeklagte beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Aachen (Archiv)
DPA

Angeklagte beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Aachen (Archiv)

Zentrales Beweismittel in den Verfahren war ein Video aus einer Kamera, die der Verein für die Spielanalyse einsetzt. Die Männer hätten ihren Rachegelüsten freien Lauf gelassen und das vor den Augen von Zuschauern und Kindern, hatte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer festgestellt.

Die Anklage hatte für die teilweise vorbestraften Männer Haftstrafen von bis zu vier Jahren und drei Monaten gefordert, in einem Fall eine Haftstrafe auf Bewährung. Alle Verteidiger hatten auf Bewährungsstrafen plädiert.

wit/dpa

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