Ägypten Britin wegen Schmerztabletten zu drei Jahren Haft verurteilt

Ein Gericht hat eine britische Touristin wegen Schmuggelns zu drei Jahren Haft verurteilt. Sie hatte rund 300 Schmerztabletten im Koffer - doch das Präparat ist in Ägypten verboten.

Al-Bahr-al-ahmar-Gericht in Hurghada
REUTERS

Al-Bahr-al-ahmar-Gericht in Hurghada


Wegen des Schmuggelns von Medikamenten hat ein Gericht in Ägypten eine Touristin aus Großbritannien zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Frau aus Hull war im Oktober am Flughafen von Hurghada festgenommen worden, nachdem Sicherheitspersonal 290 Tramadol-Tabletten in ihrem Koffer gefunden hatte.

Die 33-Jährige gab vor Gericht zu, die Tabletten dabeigehabt zu haben, betonte aber ihre Unschuld. Sie habe nicht die Absicht gehabt, die Medikamente zu verkaufen.

Die Schmerzmittel seien für ihren ägyptischen Partner gewesen, der unter starken, chronischen Rückenschmerzen leide. Zudem sei ihr nicht bekannt gewesen, dass Tramadol in dem Land verboten ist.

Sprachprobleme vor Gericht

Vergangene Woche hatte es laut einem Bericht des "Telegraph" wegen sprachlicher Probleme offenbar Missverständnisse bei einer Anhörung der Frau vor Gericht gegeben. Sie habe in Safaga am Roten Meer auf eine Frage zur Einfuhr der Tabletten mit Ja geantwortet - das sei vom Gericht laut ihrem Anwalt fälschlicherweise als Schuldeingeständnis gewertet worden. Dies habe man dem Gericht anschließend schriftlich mitgeteilt.

Tramadol ist ein starkes Schmerzmittel und gehört zur Gruppe der Opioide. Das Medikament ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Neben Tablettenform ist es auch flüssig erhältlich. Wegen seiner starken Wirkung wird das Mittel auch von Drogenabhängigen verwendet.

Ob das Urteil angefochten werden soll, ist bisher nicht bekannt. Der Anwalt der Frau war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

joe/Reuters/AP

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