Stalingrad In Ewige Flamme gepinkelt - Lagerhaft

Den denkbar ungünstigsten Ort für eine Pinkelpause hat sich ein ägyptischer Student in Russland ausgesucht: Er urinierte auf ein Kriegermahnmal im früheren Stalingrad. Jetzt verurteilte ihn ein russisches Gericht zu anderthalb Jahren Lagerhaft.


Wolgograd - "Ich schwöre, ich wusste nicht, dass das ein Denkmal war": Mit diesen Worten rechtfertigte sich ein ägyptischer Medizinstudent, der jetzt wegen einer Pinkel-Aktion anderthalb Jahre in russischer Lagerhaft absitzen muss. Der Mann hatte in Wolgograd auf die Ewige Flamme uriniert - ein Mahnmal für die Opfer des russischen Bürgerkriegs und des Zweiten Weltkriegs. Ein Gericht im früheren Stalingrad sprach den Mann nun schuldig, das Denkmal geschändet zu haben, wie die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete.

Der Medizinstudent hatte in der Neujahrsnacht auf die symbolträchtige Flamme in der Innenstadt von Wolgograd uriniert. Zudem prügelte er sich mit empörten Passanten, die ihn der Polizei übergeben wollten. Im Prozess gab der Student unter Tränen an, nicht gewusst zu haben, was er tat. Erst einen Monat zuvor war der Student in Wolgograd eingetroffen. Der Staatsanwalt hatte laut RIA Nowosti drei Jahre Lagerhaft für ihn gefordert.

Die Schlacht von Stalingrad im Zweiten Weltkrieg war eine der schlimmsten der Geschichte. Am 2. Februar 1943 kapitulierte die 6. Armee unter der Führung von Generalfeldmarschall Friedrich Paulus. Es war die erste große deutsche Niederlage der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

rls/afp

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