Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen macht sexuelle Übergriffe öffentlich

19 Entlassungen wegen sexueller Übergriffe im Jahr 2017 - Ärzte ohne Grenzen hat Vorwürfe gegen ihre Mitarbeiter öffentlich gemacht. Die Hilfsorganisation will damit Transparenz demonstrieren.

Ärzte ohne Grenzen (Symbolfoto)
imago/ Belga

Ärzte ohne Grenzen (Symbolfoto)


Bei Ärzte ohne Grenzen soll es im vergangenen Jahr zwei Dutzend sexuelle Übergriffe durch Mitarbeiter gegeben haben. Die Hilfsorganisation machte die Fälle laut der Nachrichtenagentur Reuters öffentlich, um nach dem Skandal bei Oxfam Transparenz zu zeigen.

Die in Genf ansässige Dachorganisation Médecins sans frontières (MSF) teilte mit, es habe bei ihr im vergangenen Jahr 24 Fälle sexueller Belästigung oder sexuellen Missbrauchs gegeben. In zwei Fällen hätten die Opfer nicht der Hilfsorganisation angehört, sondern seien Patienten oder Gemeindemitglieder gewesen. Deshalb seien 19 Mitarbeiter entlassen worden. Auch die anderen mutmaßlichen Täter seien verwarnt oder suspendiert worden.

Die Organisation teilte mit, bei ihr seien 2017 insgesamt 146 Beschwerden eingegangen, darunter auch Vorwürfe von Diskriminierung und Machtmissbrauch. In 40 Fällen hätte es sich laut internen Ermittlungen um mutmaßliche Belästigung und sexuelle Übergriffe gehandelt.

Mit rund 40.000 Mitarbeitern weltweit zählt Ärzte ohne Grenzen zu den größten Hilfsorganisationen der Welt. Sie bietet insbesondere medizinische Betreuung in Konfliktgebieten und anderen Krisenregionen an.

Die international tätige Entwicklungsorganisation Oxfam mit Sitz in Großbritannien wird seit Tagen von einem Skandal um Sexpartys mit Prostituierten in Haiti und dem Tschad erschüttert. Am Montag trat Oxfam-Vizechefin Penny Lawrence zurück.

bbr/AFP/Reuters



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