Flucht nach Mexiko "Wohlstandskranker" wehrt sich gegen Auslieferung

Der US-Amerikaner Ethan Couch hat betrunken vier Menschen totgefahren - und kam mit einer Bewährungsstrafe davon, weil er "wohlstandskrank" sein soll. Doch er verstieß gegen die Auflagen des Gerichts. Daraufhin floh er nach Mexiko. 

Ethan Couch nach seiner Festnahme in Puerto Vallarta: Der 18-Jährige war vor mehreren Wochen aus den USA geflohen
AFP

Ethan Couch nach seiner Festnahme in Puerto Vallarta: Der 18-Jährige war vor mehreren Wochen aus den USA geflohen


Ethan Couch war 16, als er sich mit 2,4 Promille Alkohol im Blut ans Steuer setzte und einen Unfall verursachte. Dabei kamen drei Frauen und ein Mann ums Leben. Seine Anwälte machten erfolgreich geltend, dass er an "Affluenza" leide: Als verwöhntes Kind reicher Eltern seien ihm nie Grenzen aufgezeigt worden. So kam Couch mit zehn Jahren Bewährung davon.

Vor einigen Wochen war jedoch ein Video aufgetaucht, das Couch bei einer heftigen Bierparty zeigte. Alkoholkonsum ist ein Verstoß gegen die Bewährungsauflagen, zehn Jahre Gefängnis wären die Folge. Gemeinsam mit Mama floh der heute 18-Jährige nach Mexiko. Am Montag wurden die beiden dann im Urlaubsort Puerto Vallarta festgenommen.

Mutter und Sohn waren eigentlich bereits am Mittwoch in den USA zurückerwartet worden, legten aber nach Angaben des Senders CNN Einspruch gegen die Auslieferung ein. Das könnte ihre Rückkehr wochenlang verzögern, so die Einschätzung von Rechtsexperten.

Mittlerweile ist zumindest die Mutter zurück gekehrt. US-Medien zeigten ein Video, in dem die 48-Jährige bei ihrer Ankunft am Flughafen von Los Angeles in Handschellen zu sehen ist. Ihr Sohn blieb in Mexiko zurück.

Couch hat schon allein mit seiner Flucht gegen Bewährungsauflagen verstoßen. Aber er müsste derzeit nach texanischem Recht im Fall seiner Auslieferung nur eine kurze Haftstrafe - bis zu seinem 19. Geburtstag im April - befürchten. Das liegt daran, dass ihm seinerzeit nach dem Jugendstrafrecht der Prozess gemacht wurde. Die Staatsanwaltschaft will jedoch versuchen, seinen Fall jetzt vor ein reguläres Gericht zu bringen. Dann könnte die Strafe höher ausfallen.

asc/dpa/Retuers



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