Alarm Indische Polizei sucht bewaffnete Eindringlinge in Atomkraftwerk

Alarm im westindischen Bundesstaat Gujarat: Die Polizei durchsuchte heute ein Atomkraftwerk, weil bewaffnete Männer auf das Gelände vorgedrungen sein sollen. Das jedenfalls hatten Dorfbewohner berichtet. Das Innenministerium sprach von Fehlalarm.


Neu Delhi - In einem Atomkraftwerk im westindischen Bundesstaat Gujarat ist heute Alarm wegen möglicher bewaffneter Eindringlinge ausgelöst worden. Der Vorsitzende der indischen Atomkraftbehörde, R. K. Jain, sagte in Neu Delhi, Sicherheitskräfte durchsuchten das Gelände des Kraftwerks Kakrapar. Eindringlinge könnten aber auf keinen Fall in den Hochsicherheitsbereich des leistungsstärksten indischen Atomkraftwerks gelangen, beruhigte er die Öffentlichkeit. Sicherheitskräfte hätten auch im Kontrollraum der Anlage Position bezogen. "Die Sicherheitsvorkehrungen sind lückenlos", betonte er. Dorfbewohner hatten zuvor gesagt, zwei Bewaffnete seien auf das Gelände gelangt.

Das indische Innenministerium in Neu Delhi sprach nach der Durchsuchung von einem Fehlalarm. Es sei kein Eindringling gefunden worden, hieß es im indischen Fernsehen.

Jain erklärte, im Ernstfall würden die Reaktoren heruntergefahren. Kraftwerksdirektor P. K. Datta betonte, das Kraftwerk sei so konstruiert, dass es jedem konventionellen Angriff standhalte. Nach der Bombenserie von Bombay am 11. Juli und neuen Terrorwarnungen sind die Sicherheitsvorkehrungen rund um indische Nuklearanlagen verstärkt worden.

Anderthalb Monate nach den Anschlägen in der Wirtschaftsmetropole Bombay mit mehr als 180 Toten erschossen Polizisten dort einen terrorverdächtigen Pakistaner. Der Chef der Anti-Terror-Einheit Bombays, K.P. Raguvanshi, sagte heute, der Mann sei bei einem Schusswechsel mit Sicherheitskräften getötet worden. Ein weiterer Pakistaner sei festgenommen worden. Eine Verbindung der beiden Pakistaner zu den Anschlägen im Juli werde noch untersucht.

Der Polizeichef Bombays, A. N. Roy, sagte, durch die Anti-Terror-Operation sei ein weiterer Anschlag in Bombay vereitelt worden. Zuvor habe es glaubhafte Informationen gegeben, dass Terroristen aus Pakistan oder Bangladesch Anschläge in der 14-Millionen-Metropole planten. Die indischen Behörden machen die muslimische Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba (Armee der Reinen) für die Anschläge vom 11. Juli verantwortlich. Nach Überzeugung der indischen Regierung operiert Lashkar-e-Toiba aus Pakistan heraus.

kaz/dpa



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