Stadtplan-Erbe Alexander Falk wegen mutmaßlicher Anstiftung zu Tötungsdelikt festgenommen

Der Unternehmer Alexander Falk ist in Hamburg festgenommen worden. Der Vorwurf: Er soll einen Auftragskiller auf einen Anwalt angesetzt haben.

Unternehmer Alexander Falk vor dem Landgericht Hamburg (Archivbild)
DPA

Unternehmer Alexander Falk vor dem Landgericht Hamburg (Archivbild)


Der Hamburger Unternehmer Alexander Falk ist am Dienstagmorgen an seinem Firmensitz an der Palmaille in Hamburg festgenommen worden. Der 49-Jährige soll zu einem Tötungsdelikt angestiftet haben.

Auf Anfrage des SPIEGEL teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt mit, dass "ein 49 Jahre alter in Hamburg wohnhafter Beschuldigter aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Frankfurt am Main" festgenommen worden sei. Der Vorwurf stünde im Zusammenhang mit "der Schussabgabe auf einen Rechtsanwalt in Frankfurt am Main im Jahre 2010", hieß es. Der Beschuldigte solle noch heute dem zuständigen Haftrichter vorgeführt werden.

Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst über die Festnahme berichtet. Demnach soll es sich bei dem Opfer des Mordversuchs um den Frankfurter Anwalt Dr. Wolfgang J. handeln, der bei dem Angriff schwer verletzt wurde. J. hatte die Gegenseite in einem Prozess gegen den Stadtplan-Erben Falk vertreten. Es ging um Schadensersatzforderungen von bis zu 200 Millionen Euro.

Falk ist Erbe des gleichnamigen von seinem Vater Gerhard gegründeten Unternehmens, das patentierte Stadtpläne verkaufte. Er stieß die Firma 1995 für rund 25 Millionen Euro ab. Mit den Erlösen gründete er mehrere Unternehmen der New Economy, darunter 2000 die Ision AG, die er Ende des Jahres für 812 Millionen Euro an das britische Unternehmen Energis verkaufte. Energis war kurz darauf zahlungsunfähig.

Im darauffolgenden Prozess wurde Falk im Mai 2008 wegen versuchten gemeinschaftlichen Betrugs und Bilanzfälschung zu vier Jahren Haft verurteilt. Als Verwaltungsratsvorsitzender habe er den Wert seiner Firma durch Scheinrechnungen manipuliert, um einen höheren Verkaufspreis zu erzielen, urteilte das Gericht damals. Ab August 2011 war Falk wieder auf freiem Fuß. 2012 wurde der Ex-Börsenstar vom Hamburger Landgericht dazu verurteilt, 209 Millionen Euro Schadensersatz an Energis zu zahlen.

ala



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