Messerangriff in Altena Angeklagter aus Untersuchungshaft entlassen

Das Gericht sieht "keinen Tötungsvorsatz" mehr: Der Angeklagte im Prozess zur Messerattacke auf den Bürgermeister von Altena kommt frei.

Angeklagter neben seinem Verteidiger Michael Aßhauer (Archiv)
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Angeklagter neben seinem Verteidiger Michael Aßhauer (Archiv)


Im Prozess zur Messerattacke auf den Bürgermeister von Altena im Sauerland ist der Angeklagte aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Das Hagener Schwurgericht sieht nach Angaben einer Gerichtssprecherin nach vorläufiger Würdigung "keinen Tötungsvorsatz" mehr.

Statt einer Verurteilung wegen eines Mordversuchs komme möglicherweise aber eine Bestrafung wegen gefährlicher Körperverletzung in Betracht. Zuvor hatte der "Westfälische Anzeiger" von der Entscheidung berichtet.

Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein war am 27. November 2017 in einem Döner-Imbiss in seiner Heimatstadt angegriffen worden. Dabei wurde er mit einem Messer am Hals verletzt. Der 56-jährige Angeklagte hatte die Tat vor Gericht gestanden, dabei aber beteuert, er habe dem Politiker nur drohen wollen. Nach eigenen Angaben sei er verzweifelt gewesen, da er sich finanziell in einer ausweglosen Situation befunden habe.

Die Staatsanwaltschaft geht von einer rassistisch motivierten Tat aus. Der Angriff erregte deutschlandweit Aufsehen, weil der Mann bei der Tat laut Anklage gerufen haben soll: "Mich lässt du verdursten, aber holst 200 Ausländer in die Stadt."

bbr/dpa



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