Messerangriff auf Altenas Bürgermeister Angeklagter zu Bewährungsstrafe verurteilt

Der Angeklagte im Prozess zum Messerangriff auf den Bürgermeister von Altena muss nicht ins Gefängnis. Das Landgericht Hagen verurteilte Werner S. zu zwei Jahren Haft auf Bewährung.

Angeklagter neben seinem Verteidiger Michael Aßhauer (links)
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Angeklagter neben seinem Verteidiger Michael Aßhauer (links)


Knapp sieben Monate nach einer Messerattacke auf den Bürgermeister von Altena ist der Angreifer zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der 56 Jahre alte Werner S. hatte den CDU-Politiker Andreas Hollstein am 27. November in einem Dönerimbiss im sauerländischen Altena attackiert und leicht am Hals verletzt.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Tat ursprünglich als Mordversuch angeklagt. Das Hagener Schwurgericht kam aber zu dem Schluss, dass eine Tötungsabsicht nicht festgestellt werden konnte. Der Mann wurde wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung verurteilt. Die Richter blieben beim Strafmaß unter der Anklageforderung von zweieinhalb Jahren Haft.

Die Hagener Strafkammer hatte am Donnerstag den Haftbefehl gegen den Mann mit der Begründung aufgehoben, dass nicht mehr von einem Tötungsvorsatz des 56-Jährigen auszugehen sei. Dem schloss sich die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer an: S. habe Hollstein nicht töten, sondern lediglich "in Todesangst versetzen" wollen.

Der Angeklagte hatte die Tat gestanden, aber betont, dass er den Bürgermeister nicht verletzen wollte. Er habe sich finanziell in einer ausweglosen Situation befunden. Die Staatsanwaltschaft war von einer rassistisch motivierten Tat ausgegangen.

Der Angriff erregte deutschlandweit Aufsehen, weil der Mann bei der Tat laut Anklage gerufen haben soll: "Mich lässt du verdursten, aber holst 200 Ausländer in die Stadt." Der Angeklagte hatte bei seiner Einlassung aber bestritten, dass die Tat einen rassistischen Hintergrund gehabt habe. Hollstein ist für seine liberale Flüchtlingspolitik bekannt.

bbr/AFP/dpa

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