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Brandanschlag im Sauerland: Haftbefehl gegen zwei Männer wegen versuchten Mordes

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Brandanschlag auf ein Mehrfamilienhaus in Altena: Zwei Tatverdächtige in Haft Zur Großansicht
Polizei Hagen

Brandanschlag auf ein Mehrfamilienhaus in Altena: Zwei Tatverdächtige in Haft

Die Polizei hat zwei Männer verhaftet, die eine Flüchtlingsunterkunft in Altena in Brand gesteckt haben sollen. Sie müssen sich wegen versuchten Mordes in sieben Fällen vor Gericht verantworten.

Zwei Männer, die vergangenen Herbst im nordrhein-westfälischen Altena eine von Syrern bewohnte Flüchtlingsunterkunft angezündet haben sollen, kommen doch noch in Untersuchungshaft. Wie das Landgericht Hagen mitteilte, seien die beiden am Nachmittag von der Polizei festgenommen worden.

Die Schwurgerichtskammer gehe nach bisheriger Würdigung der Sachlage davon aus, dass der 25-Jährige und der 23-Jährige dringend des versuchten Mordes in sieben Fällen verdächtig seien. Es bestehe "erhebliche Fluchtgefahr".

Die Staatsanwaltschaft Hagen war nach der Tat im Herbst zunächst lediglich von Brandstiftung ausgegangen und hatte keinen Grund für einen Haftbefehl gesehen, beide hätten die Tat gestanden und bereuten diese. Das hatte Kritik in Teilen der Politik ausgelöst.

Tod der Bewohner in Kauf genommen

Der Brandanschlag von Altena hatte auch deshalb für bundesweites Aufsehen gesorgt, weil der ältere der Verdächtigen Berufsfeuerwehrmann war und bei der Polizei als völlig unbescholten galt. In seiner Vernehmung gab er an, aus Angst gehandelt zu haben; man bekomme ja in den Medien mit, wie aggressiv sich die Asylbewerber verhielten. Er habe verhindern wollen, dass in das Haus in seiner unmittelbaren Nachbarschaft noch mehr Flüchtlinge einziehen.

Laut Anklage sollen er und sein Komplize sich in der Nacht auf den 3. Oktober in die Flüchtlingsunterkunft geschlichen, auf dem Dachboden Benzin verschüttet und angezündet haben. Erst am nächsten Tag wurde der Schwelbrand entdeckt, verletzt wurde niemand.

Ein Brandgutachter befand jedoch später, dass die Ausbreitung des Feuers unkontrollierbar gewesen sei. Der ganze Dachstuhl hätte in der Nacht in Flammen aufgehen und der Rauch die Bewohner vergiften können.

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