Großbritannien Polizist muss ins Krankenhaus - Verdacht auf Nowitschok

Vor einer Woche wurden zwei Briten mit Nowitschok vergiftet, wie zuvor der Doppelagent Skripal. Nun wird ein Polizist medizinisch untersucht, der ebenfalls mit dem Nervengift in Kontakt gekommen sein könnte.

Eingang zum Salisbury District Hospital
DPA

Eingang zum Salisbury District Hospital


Ein britischer Polizeibeamter ist wegen des Verdachts auf Kontakt mit dem Kampfmittel Nowitschok in ein Krankenhaus gebracht worden. Das teilte ein Sprecher des Salisbury District Hospital mit.

Der Beamte habe am Abend zunächst ein anderes Krankenhaus aufgesucht, um medizinische Beratung zu bekommen. Der Besuch stehe "im Zusammenhang mit einem Gift-Vorfall in Amesbury vergangene Woche", teilte der Sprecher mit. Er sei dann in das Salisbury District Hospital verlegt worden.

Nun werden Spezialtests durchgeführt. Das Krankenhaus weist jedoch darauf hin, dass es bereits mehrere Anfragen wegen gesundheitlicher Bedenken gegeben habe - doch kein Betroffener habe eine Behandlung benötigt. Das Risiko für die Öffentlichkeit sei nach wie vor niedrig.

In Amesbury ist am vergangenen Samstag ein Paar durch den Kampfstoff Nowitschok lebensbedrohlich vergiftet worden. Bei den beiden Opfern handelt es sich um einen 45-jährigen Mann und eine 44-jährige Frau.

Die Stadt liegt elf Kilometer nördlich von Salisbury, wo der ehemalige Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julija Anfang März bewusstlos auf einer Bank gefunden worden waren.

Der britischen Antiterrorbehörde zufolge liegen im neuen Fall allerdings keine Hinweise vor, dass die beiden schwer erkrankten Opfer gezielt ins Visier genommen worden seien. Das Paar aus Amesbury könnte demnach etwa ein Fläschchen oder eine Injektionsspritze mit Resten des Gifts gefunden haben, das beim Attentat auf die Skripals verwendet wurde. Britische Medien berichteten am Freitag, dass beide Drogenkonsumenten seien.

Wie der Polizist mit dem Gift in Kontakt gekommen sein könnte, war zunächst nicht bekannt.

cop/dpa

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