Amoklauf bei "Batman"-Premiere Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe

12 Tote, 70 Verletzte und ein Prozess mit rund 50 Verhandlungstagen: In den USA geht das Verfahren gegen den Schützen zu Ende, der in einem Kino in Aurora Amok lief. Ihm droht die Todesstrafe.

Das Distriktgericht in Colorado: Dem Angeklagten droht die Todesstrafe
AP/dpa

Das Distriktgericht in Colorado: Dem Angeklagten droht die Todesstrafe


Kurz vor dem dritten Jahrestag des Amoklaufs von Aurora ist der Mordprozess gegen James Holmes in den USA in die Endphase gegangen. Die Schlussplädoyers vor dem Distriktgericht in Centennial im Bundesstaat Colorado verzögerten sich allerdings wegen Verfahrensfragen. Richter Carlos Samour schickte die Geschworenen in die Mittagspause. Danach sollte zunächst die Anklage ihre Sicht der Gewalttat darlegen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 27-Jährigen vor, im Juli 2012 bei der Premiere eines "Batman"-Films wahllos in dem Kino in Aurora bei Denver um sich geschossen und zwölf Menschen getötet zu haben. 70 wurden verletzt, zum Teil schwer.

Dafür droht Holmes bei einem Schuldspruch die Todesstrafe. Die Verteidigung verdeutlichte in ihrem anschließenden Schlussplädoyer, dass Holmes nicht schuldfähig war und in eine Psychiatrie gehört. Der Angeklagte saß in einem hellen Hemd und mit Brille im Gericht. Er wirkte in der mehrstündigen Vormittagssitzung eher unbeteiligt.

Die Geschworenen sollten nach den bisherigen Plänen am Mittwoch mit ihren Beratungen beginnen. Vorab hatten Beobachter die Erwartung geäußert, dass es am Ende einen Schuldspruch geben dürfte. Die Tat des Studenten hatte international Entsetzen ausgelöst.

Der Prozess gegen Holmes hatte Ende April 2015 begonnen. Bisher gab es rund 50 Verhandlungstage. Holmes hat die Taten gestanden, aber in allen besonders schweren Anklagepunkten wegen Mordes, versuchten Mordes und den Vorwürfen wegen Waffen- und Sprengstoffgebrauchs auf "nicht schuldig" plädiert, denn er sei nicht zurechnungsfähig gewesen. Insgesamt gab es mehr als 160 Anklagepunkte.

Auch wenn die Todesstrafe in Colorado nach wie vor existiert, wird sie praktisch nicht mehr angewendet. Vollstreckt würde sie in dem Bundesstaat mit einer Giftspritze.

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Amoklauf in Denver: Tödliche Schüsse im Kino

kbl/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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memreq 14.07.2015
1.
in D hätte er 10 Jahre bekommen. die letzten 5 auf Bewährung.
redsfan 15.07.2015
2.
Das wird Nachahmer aber abhalten oder die Toten wieder auferstehen lassen. Nur Schwachköpfe versuchen blutige "Sachen" mit Blut zu reinigen. Aber was will man von Leuten mit einem Bildungsstand von Kieselsteinen und die noch im geistig wilden Westen leben, schon erwarten?
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