Attentäter Anders Breivik: Verbrechen aus der Distanz

Ein Gastbeitrag von Karl Ove Knausgård

Wie ist es möglich, dass Anders Behring Breivik in einem friedlichen, reichen Land wie Norwegen 77 Menschen tötete? Er hatte sich von seinen Mitmenschen so weit entfernt, dass sie ihm unmenschlich erschienen. Ein Appell für mehr Nähe.

Massenmörder Breivik: Erst die Distanz machte die Tat möglich Zur Großansicht
DPA

Massenmörder Breivik: Erst die Distanz machte die Tat möglich

Es ist genau ein Jahr her, dass ein Mann in Polizeiuniform zuerst eine Bombe im Regierungsviertel in Oslo zündete und dann nach Utøya fuhr, um dort eine Stunde lang 69 junge und hilflose Teilnehmer eines Jugendlagers abzuschlachten.

Der Schock, den die Norweger erlitten, hätte größer kaum sein können. Nichts hatte uns auf so etwas vorbereitet, die Möglichkeit einer solchen Tat fand sich schlicht nicht in unserem Bewusstsein. Es war so unerhört, dass das Geschehene alle menschlichen Abwehrmechanismen durchbrach.

Die Fernsehsendungen, die über die Katastrophe berichteten, waren chaotisch, die Journalisten und Chefredakteure waren genauso getroffen vom Geschehen wie die Menschen, die sie interviewten. Ihre Augen und ihre Körpersprache drückten Ungläubigkeit aus, Schock und Verwirrung. Der Abstand, mit dem Nachrichten normalerweise vermittelt werden, existierte nicht mehr. Alles war nah. Es war, als ob die Welt offen stand in diesen Tagen.

Nach dem Schock der ersten Tage und den Sorgen der darauffolgenden Wochen legten sich nach und nach die Geschehnisse des 22. Juli. Sie wurden etwas, über das man sprach, auf das man verwies, in jedem Fall etwas, dem wir uns zuwandten. Mit Details aus Breiviks Leben machten die Zeitungen Auflage, sein Gesicht wurde Teil des kollektiven Bewusstseins.

Das Auffälligste an dem neun Wochen langen Prozess gegen Breivik war, wie normal der Mörder und seine Untat erschienen. Es war, als ob der Fakt, dass Breivik ein Mensch ist wie wir und seine Meinung vertrat, das Unbegreifliche unter sich begrub. Plötzlich wurde der Mensch Breivik zum Maßstab, nicht seine Tat. Ein Überlebender nannte Breivik in der Zeitung "einen Trottel", mehrere Kommentatoren beschrieben ihn als klein, kleinkariert, armselig. Diese Verharmlosung und Verkleinerung des Täters ist verständlich, weil ein Mensch nun einmal für sich genommen klein ist. Aber sie hilft nicht dabei zu verstehen, wie die Tat möglich war, mitten in einem stabilen, reichen, geordneten Land wie Norwegen.

Im Gegenteil: Nach dem Prozess scheint es, als ob die zwei Größen, die unglaubliche Tat und der Mann, der sie beging, vollkommen unvereinbar sind.

Es reicht nicht, Breiviks Leben und seine Psyche zu analysieren, das bringt nur eine sehr beschränkte Erklärung. Um die unmenschlichen Konsequenzen der Tat zu verstehen, muss der Blick weitergehen.

Es muss soziale Sicherheitssysteme geben, die das, was Breivik machte, künftig unmöglich machen. Ich denke nicht an das Jugendamt, Schulen, andere soziale Behörden, auch nicht an die Polizei. Ich denke an die Bande zwischen Menschen, ich denke an die Gegenwart des anderen in uns selbst, das Einfühlungsvermögen für die anderen Menschen. Darauf basieren Gesellschaften und Kulturen.

Jeder kann morden

Die meisten der relativ wenigen Morde, die in Skandinavien begangen werden, geschehen im Rausch oder Affekt; oft stammen Täter und Opfer aus schwierigen Milieus, die Taten sind dem normalen Bürger vollkommen fremd. Das Gesetz, die drohende Strafe, Scham und Schuld hindern uns für gewöhnlich an einem solchen Verbrechen.

Aber wir lernen aus der Geschichte, dass jeder im Stande ist zu morden und grausame Verbrechen zu begehen - wenn die Umstände stimmen. Wenn beispielsweise die Institutionen zerfallen, eine Krise sich ausbreitet. Wie in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs.

Hannah Arendt schreibt in ihrem Buch "Eichmann in Jerusalem": In einem zivilisierten Land geht das Gesetz davon aus, dass die Stimme des Gewissens zu jedem sagt: "Du sollst nicht töten", selbst wenn der Mensch ab und zu einen natürlichen Drang hat, mörderisch zu sein. Das Gesetz in Hiltlers Deutschland legte jedem Gewissen nahe: "Du sollst töten." Auch wenn diejenigen, die Massaker organisierten, eigentlich gut wussten, dass ein Mord gegen den natürlichen Drang der allermeisten Menschen ist.

Mit anderen Worten: Zu töten ist gegen die Natur des Menschen. Die aber kann im sozialen Gefüge überwunden werden. Der Autor Geir Angell Øygarden schreibt in seinem Buch "Bagdad Indigo", es sei eines der schwierigsten Dinge überhaupt, einen Menschen zum Töten zu bringen.

Selbst ausgerüstet mit Uniform und Gewehr und der Erlaubnis, das Leben des Feindes zu nehmen, werden die meisten sich weigern. "Im Zweiten Weltkrieg zeigte sich, dass nur 15 bis 20 Prozent der amerikanischen Soldaten geschossen haben, um zu töten", schreibt er. 80 bis 85 Prozent schossen also nicht, sie taten nur so als ob. Die von Øygarden zitierte Studie wurde allerdings angezweifelt.

Das amerikanische Militär zog dennoch Konsequenzen, es wurde systematisch geforscht, neue Trainingsmethoden wurden entwickelt, die sich als schrecklich effizient erwiesen.

Gruppendruck und Gruppendynamik als Motivation

Die Forschung wusste, dass die wenigsten Soldaten im Stande sind zu töten - weder für eine Idee oder Ideologie, noch aus Hass oder Angst. Gruppendruck und Gruppendynamik motivieren die Soldaten im Kampf. Mit anderen Worten: das Soziale.

Die Macht der engen Bande ist enorm. Aber die innere Abwehr, jemanden zu töten, ist noch stärker. Es braucht mehr als ein Gruppengefühl und eine Hierarchie, in der man Verantwortung abgeben kann, um die Abwehr zu überwinden.

Das Militär hat verschiedene Methoden entwickelt, um diese Abwehr zu brechen. Øygarden nennt:

  • Desensibilisierung - das Undenkbare denken
  • Konditionierung - das Undenkbare machen
  • Abwehrmechanismen - das Undenkbare leugnen

Diese drei Methoden haben vor allem eines zum Ziel: Abstand zu generieren. Denn je geringer die Distanz ist, desto schwieriger ist es, jemanden zu töten. Im Training zielen Soldaten nicht auf Scheiben, sondern auf Masken mit menschlichem Antlitz. Ansonsten würde sie die Wirklichkeit auf dem Schlachtfeld zu sehr schockieren. Diese Entmenschlichung im Training entfaltet später seine Wirkung: Im Kampf sehen die Soldaten ihr Gegenüber als Masken, nicht als Menschen.

Für Anders Behring Breivik war es nicht einfach zu töten. Er erklärte vor Gericht zum Beispiel: "Trifft man den Feind von Angesicht zu Angesicht, wird man nicht im Stande sein, ihn zu töten." Und: "Man hat eigentlich keine Wahl, wenn man jemanden töten will. Man schafft es nicht, ohne sich mental sehr gründlich vorzubereiten. Das braucht zwei Jahre Training, und auch mit Training ist es extrem schwierig."

Im Gericht schilderte er, wie er sich vorbereitete, so systematisch wie ein Soldat; wie er jeden Tag auf Wandertour ging, Musik hörte, gedanklich durchging, was er machen wollte; ein beinahe selbsthypnotisches Motivationsprogramm entwickelte. Er spielte viele Jahre lang Computerspiele, die darauf basieren, dass man Menschen töten muss. Er nahm Substanzen, die aggressiv machen, die Ausdauer stärken und die Sensibilität schwächen.

"Mein ganzer Körper versuchte dagegen zu kämpfen"

Er nahm zwei Flaschen Wasser mit nach Utøya, weil er wusste, dass diese Substanzen ihn austrocknen würden. Aber trotz der jahrelangen, systematischen Desensibilisierung und Dehumanisierung musste er in den Sekunden, als er den ersten Menschen auf der Insel erschoss, mit sich ringen. "Mein ganzer Körper versuchte dagegen zu kämpfen, als ich die Waffe in die Hand nahm. Es gab hundert Stimmen in meinem Kopf, die alle sagten: Tu es nicht. Und dann..."

Wir können Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs und in neuerer Zeit auf dem Balkan als Lawine verstehen, die im Kollektiv entsteht. Bei Breivik aber gab es kein Kollektiv. Er machte alles ganz alleine.

Aber der Raum, der es ihm ermöglichte a) unbeeinträchtigt und ungehindert seinen Plan zu verfolgen und b) einen so großen Abstand zu den Menschen zu gewinnen, das er sie hinrichten konnte, ist mitten in unserer Gesellschaft entstanden.

Breivik stritt vor Gericht ab, dass die Entwicklung begann, als er zu seiner Mutter zog. Er habe sich auch zu dieser Zeit sozial verhalten - im Internet. Er stand in Kontakt mit anderen Menschen, nicht physisch, aber virtuell.

Der virtuelle Mensch korrigiert nicht, macht sich nicht unbeliebt, denn wenn er das tut, klickt man ihn einfach weg. Und der virtuelle Mensch hat keinen Körper, kein Gesicht, keine Augen, die sagen, töte mich nicht. Auch nicht die Menschen in "World of Warcraft", das Breivik über ein Jahr lang spielte. Im Gegenteil: Die ballert man nieder und die Ballerei hat keine Konsequenzen, der Tod ist virtuell.

Breivik bewegte sich auf der Insel wie in einem Spiel. Aber das Heldenhafte, das er empfand, und der Tod, den er verursachte, gehörten nicht zur Bilderwelt. Der Tod war nicht abstrakt und folgenlos. Der Tod war reell.

Jeder Schuss schlug in menschliches Fleisch ein, jedes Auge, das ausgelöscht wurde, gehörte zu einem Menschen mit einem echten Leben. Es war seine Fähigkeit zu verdrängen, die Welt draußen nach seinem Bild zu erschaffen, die es ihm ermöglichte, im Gerichtssaal völlig unbewegt über seine Taten zu sprechen. Selbst als alle Zuhörer, Richter, Journalisten und Hinterbliebene weinten.

Nur ein eigenes Ich kann für einen anderen fühlen, und das hat Breivik nicht länger, es ist tot. Seine mühsam aufgebaute Identität, mit einem neuen, kräftigen, muskulösem Körper, einer neuen Psyche, desensibiliisiert und rücksichtslos, ist die Identität eines Soldaten, eines Helden. Sie steht all dem entgegen, was er früher war. Er hat seinen Körper nach diesem Selbstbild geformt, hat es echt gemacht. Und das eigentlich Echte, die Körper der jungen Menschen auf Utøya, hat er zu Bildern abgewertet.

Breiviks Gefühl, keine Konsequenzen für sein Handeln tragen zu müssen, ist mitten unter uns entstanden. Wir dürfen das Entsetzen nicht in eine Distanz münden lassen. Denn die Distanz ist es, die gefährlich wird.

Aus dem Norwegischen übersetzt von Anna Reimann

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 38 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Mit
unsichtbarergeist 21.07.2012
Meiner Meinung nach sollte man Menschen - und damit meine ich vor allem "rechte" und "national denkende" - mehr Möglichkeit geben, ihre Ängste und Befürchtungen zu erklären - anstatt sie aus der öffentlichen Debatte auszugrenzen. Denn wer sich fair behandelt fühlt, der wird auch nicht so schnell irre. D.h. man sollte Grundsätzen wie "Dialog auch mit Rechten", "Möglichkeit der Meinungsäußerung und Demonstrationsfreiheit auch für Rechte" folgen, anstatt immer nur zu versuchen, diese Leute zu unterbuttern und aus der öffentlichen Debatte zu verbannen. Fairness für alle - und man macht es Irren wie Brevik schwieriger, Taten wie diese zu rechtfertigen.
2. Verstörend
artusdanielhoerfeld 21.07.2012
Mir fällt an diesem Artikel auf, dass der Autor es vermeidet, die Tat des Breivik als "falsch" zu bezeichen. Er spricht zwar von einer "Katastrophe", aber sonst hat er selbst der Tat gegenüber die Art von Distanz inne, die er als "gefährlich" brandmarkt. Es wurde und wird oftmals gesagt, dass die Reaktion der Norweger auf das Blutbad "reif", "zivilisiert" und "hochentwickelt" sei. Warum vermeiden sie es, das Kind beim Namen zu nennen? Die Morde, jeder einzelne, waren barbarisch, bösartig, feige und sadistisch. Und wer so etwas anrichtet, ist ein brutales, gewissenloses Mörderschwein. Ich denke, ich weiß die Antwort darauf: Wer Breivik auf diese Art sieht, kann nur eine Strafe für ihn fordern: Den Tod. Genau davor schrecken die Norweger zurück. Aus Angst, sich der Realität zu stellen, wird gutmenschenartig alles mögliche an Ausreden für B. herbeigezogen. Man kann dieses Verhalten bewerten wie man will, eines ist sicher: Mit ihrer Vermeidungshalteung werden sie der schwere der Tat nicht gerecht. Eine angemessene Sühne erfolgt nicht und das wird die Gesellschaft auf Jahre schwer belasten.
3. Der Krieger in uns allen schläft ...
baninchenrenner 21.07.2012
Ein schöner Aufsatz, aber auch nur ein Ansatz und doch sehr unvollkommen! Ich würde gern das Augenmerk mehr auf die (norwegische) Gesellschaft richten, die von Breivik zu einem kollektiven Gesamtfeind verschmolzen wurde. Da sehe ich nämlich Parallelen zu den Rockerbanden "Hells Angels", "Bandidos" u.a bei uns, die übrigens auch ein ziemlich massives Problem in den skandinavischen Ländern darstellen! Diese Leute sehen sich als Outlaws, die nach ihren eigenen Gesetzen leben wollen, mit eigenen Hierarchien, Ritualen, Erscheinungsformen. Wie sie hat auch Breivik sich als eine Art "Ritter" gesehen, der angeblich für abstruse gesellschaftliche Ideen in den Krieg ziehen muss und dazu hat er sich eine Wahnwelt zusammenphantasiert, die ihn komplett aufgesogen hat. Ähnliche Formen solcher Abschottungen bilden die "Militia"-Gruppierungen in den USA oder die Neonazi-Heimatgrüppchen hierzulande. All diesen "Exilanten" im eigenen Land scheint die Sehnsucht nach archaischen Strukturen gemein zu sein, organisiert mit einfachen und überschaubaren Regeln, fest gefügten Ordnungen, klar verteilten Rollen und strengen Hierarchien. Und diese Gruppen eint alle der Hass gegen unsere pluralistischen, bunten, multiethnischen, komplexen und vielfältig diversifizierten Gesellschaften. Für sie sind die modernen Zivilisationen verweichlichte und verindividualisierte Cluster ohne feste Traditionen, entwurzelt, vermischt und abgenabelt von den dereinst heldenhaft lebenden, aber längst verblichenen Ahnen. Breivik scheint angeekelt von den modernen, sanften, hochtechnisierten, liebenswürdigen, braven und friedlichen Zeitgenossen, die das Jetztbild der erfolgreichen Skandinavier verkörpern und denen jeder Bezug zu ihren historischen Vorfahren in Form der wilden Wikinger komplett verloren gegangen zu sein scheint. Unsere Gesellschaft bietet keinen Raum für diese Sorte Menschen, die rau und archaisch, einfach und "brutal" ihr Bild von Gemeinschaft und Ehre leben wollen. Es gibt sie aber dennoch zigtausendfach: testosterongeflutete Typen, die ihr Selbstverständnis mit Faustrecht und "Mann gegen Mann" ausleben wollen und den modernen metrosexuellen Männertyp als softes Weichei verachten. Solange wir uns mit diesen im Verborgenen gärenden Gruppierungen nicht direkter auseinandersetzen, werden sie als tickende Zeitbomben und gefährliche "Schläfer" unberechenbar bleiben. Eine anscheinend sehr unangenehme Aufgabe, der sich die Mehrheitsgesellschaft aus Abneigung und Angst verweigert und das Problem der Polizei überlässt. Ein Blick nach Japan zeigt einen anderen Umgang mit den eigenen kriegerischen Traditionen: Dort bilden die Samurai eine bis heute aktuell gebliebene gesellschaftliche Gruppe der japanischen Geschichte mit illustren Erscheinungsformen und Ritualen.
4. "Mehr Nähe" zu Tätern fördert diese Verbrechen stärker als kostenlose Waffen
Privatier 21.07.2012
Zitat von sysopDPAWie ist es möglich, dass Anders Behring Breivik in einem friedlichen, reichen Land wie Norwegen 77 Menschen tötete? Er hatte sich von seinen Mitmenschen so weit entfernt, dass sie ihm unmenschlich erschienen. Ein Appell für mehr Nähe - auch im Umgang mit dem Täter. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,845101,00.html
Solange unsere Gesellschaft versucht Täter zu erklären und zu verstehen, anstatt ihre Bestrafung einzig und alleine danach auszurichten und zu gestalten, daß ihr Schicksal wenigstmöglich dem entspricht, was Mörder heutzutage eiskalt für ihre eigene Zukunft erwarten dürfen: Eine langjährige Freiheitsbeschränkung, aber ansonsten eine keine Wünsche offen lassende Rundumversorgung. Geboten wäre dagegen eine alternativlos bis zum natürlichen Lebensende währende Inhaftierung unter niemanden einladenden, sondern lediglich das Leben erhaltenden Bedingungen. Ihrem eigenen Leben mit ihrem Verbrechen ein Ende setzede Täter sind damit gewiß nicht abschreckbar, und ebenso gewiß auch nicht alle, sondern nur ein Teil der Mörder, die kalkulieren, ihre Opfer zu überleben. Aber als bereits hinreichende Rechtfertigung für eine zu Lasten der Täter wirksamst mögliche Abschreckung von Nachfolgern genügt mir bereits ein einziges (real oder statistisch warscheinlich) vor dem Tode bewahrtes unschuldiges Opfer. Aber ich fürchte, spätestens nach diesen Zeilen werden zahlreiche "Gute Menschen" wieder Tränen des Mitgefühls vergießen. Für die Täter. MfG
5. SO etwas wird es wohl immer wieder geben
Zeitwesen 21.07.2012
Eines der Hauptursachen für den Mörder, war es Aufmerksamkeit zu bekommen und wohl auch um im Rampenlicht zu stehen. Sich ein Denkmal in der Gesichte zu setzen (in dem Fall ein blutiges Grausames). Das alles hat er und all diejenigen die es vorher auch schon ähnliche Massaker durchgeführt haben, bekommen. Er ist jetzt eine weltweite Berühmtheit, sein Name und sein Gesicht haben inzwischen Popstar-Popularität (als Vergleich). Jeder Depp der unter Geltungssucht leidet, muss sich einfach nur eine neue Grausamkeit einfallen lassen und die Medien werden sich erkenntlich zeigen und nach Informationen über ihn lechzen. Vielleicht wäre es angebracht einfach mal darüber nachzudenken, solche Täter in der Anonymität schmoren zu lassen um Nachahmer nicht mehr zu motivieren. Aber da würden wohl viele Medien nicht mitmachen um die Sensationsgier von Lesern/Zuschauer zu befriedigen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Justiz
RSS
alles zum Thema Anschläge in Norwegen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 38 Kommentare
Zum Autor
  • Thomas Wågström/ Luchterhand
    Karl Ove Knausgård, Jahrgang 1968, gilt als wichtigster norwegischer Schriftsteller seiner Generation. Für sein Erstlingswerk erhielt er den norwegischen Kritikerpreis. 2011 ist der erste Titel seiner sechs Bände umfassenden, autobiografischen Romanreihe "Min Kamp" (zu Deutsch: "Mein Kampf")auf Deutsch erschienen. Das Buch "Sterben" thematisiert die schwierige Beziehung zu seinem Vater. In dem zweiten Band, auf Deutsch "Lieben", schreibt Knausgård über seine Ehe und seine Rolle als Vater.

Buchtipp

Fläche: 323.787 km²

Bevölkerung: 4,920 Mio.

Hauptstadt: Oslo

Staatsoberhaupt:
König Harald V.

Regierungschef:
Erna Solberg

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Norwegen-Reiseseite