Fall Trayvon Martin: Neuer Richter für Todesschütze Zimmerman

George Zimmerman soll den schwarzen Teenager Trayvon Martin aus rassistischen Motiven erschossen haben und ist wegen Mordes angeklagt. Nun erreichte sein Verteidiger einen Erfolg vor Gericht. Dem Richter wurde der Fall entzogen.

Demonstranten in Florida (im März 2012): George Zimmerman beruft sich auf Notwehr Zur Großansicht
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Demonstranten in Florida (im März 2012): George Zimmerman beruft sich auf Notwehr

Orlando - Der wegen Mordes an dem schwarzen Teenager Trayvon Martin angeklagte George Zimmerman bekommt einen neuen Richter. Ein Berufungsgericht in Florida hat dem Antrag der Verteidigung des 28-Jährigen auf einen Richterwechsel stattgegeben. Richter Kenneth Lester sei befangen, sagte Zimmermans Anwalt, Mark O'Mara. "Dieses Gericht hat sich bereits ein negatives Bild von Herrn Zimmerman gemacht. Mein Mandant fürchtet, dass dies Überhand nehmen wird", sagte der Jurist. Dem Todesschützen Zimmerman wird zur Last gelegt, den unbewaffneten 17-Jährigen aus rassistischen Motiven ermordet zu haben.

Richter Lester habe dem selbsternannten Nachbarschaftswächter bei einer früheren Anhörung vorgeworfen, "das System zu seinem eigenen Vorteil zu manipulieren", sagte O'Mara. Damals ging es darum, dass Zimmerman eine Unterstützer-Website für sich selbst eingerichtet und Spendeneinnahmen bei der Frage nach seinen Vermögensverhältnissen unterschlagen hatte.

Das Berufungsgericht gab dem Antrag der Verteidigung statt, "obwohl die Behauptungen in dem Ersuchen von George Zimmerman (für einen Richterwechsel) unzureichend sind", heißt es in der schriftlichen Erklärung des Gerichtes. Richter Lester hatte dafür gesorgt, dass der Todesschütze gegen eine Kaution von einer Million Dollar aus dem Gefängnis entlassen wurde.

Es ist das zweite Mal, dass Zimmerman einen neuen Richter bekommt. Erst im April hatte sich Richterin Jessica Recksiedler sich vom Fall Trayvon Martin zurückgezogen. Sie hielt sich für befangenen und hatte das Verfahren deshalb an ihren Kollegen Kenneth Lester abgegeben. Recksiedler traf ihre Entscheidung, nachdem die Verteidigung des Todesschützen gefordert hatte, die Richterin müsse von dem Fall abgezogen werden - weil ihr Ehemann als Rechtsexperte für den Sender CNN darüber berichtete.

George Zimmerman hat gestanden, Trayvon Martin bei einer Sicherheitspatrouille am 26. Februar erschossen zu haben, beruft sich aber auf Notwehr. Am betreffenden Abend sei ihm der 17-Jährige verdächtig vorgekommen, weil er langsam durch den Regen gegangen sei.

Die Todesschüsse auf den schwarzen Jugendlichen hatten in den USA eine Debatte über Rassismus und Waffenrecht ausgelöst. Selbst Präsident Barack Obama schaltete sich ein.

fhu/Reuters/AFP

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