Angeklagter im Winnenden-Prozess Gericht lässt Verhandlungsfähigkeit prüfen

Im Prozess gegen den Vater des Amokschützen von Winnenden droht möglicherweise eine mehrwöchige Unterbrechung. Nach SPIEGEL-Informationen lässt das Landgericht die Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten überprüfen.


Hamburg - Im Prozess gegen den Vater des Amokschützen von Winnenden hat das Landgericht Stuttgart nach SPIEGEL-Informationen einen Sachverständigen beauftragt, die Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten zu begutachten. Jörg K. hatte sich nach Morddrohungen gegen ihn vergangene Woche krankschreiben lassen.

Sollte der Gutachter bis Montag feststellen, dass Jörg K. aufgrund der psychischen Belastung nur eingeschränkt verhandlungsfähig ist, würde laut Gericht ein sogenannter Kurztermin - auch am Krankenbett - in Betracht gezogen.

Dies ist bedeutsam, weil bisher erst neun Verhandlungstermine stattgefunden haben. Ab zehn Terminen kann eine Hauptverhandlung bei Erkrankung des Angeklagten für bis zu zwölf Wochen unterbrochen werden; bei weniger als zehn Terminen beträgt die maximale Unterbrechung drei Wochen. Sollten diese Fristen nicht eingehalten werden, müsste der Prozess neu aufgerollt werden.

Ende der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass der Vater eines Opfers Rachegelüste gegen die ganze Familie des Amokschützen hegt, falls Jörg K. nicht verurteilt wird.

kng



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