Angezündete Polizeiautos "Das ist eine Kriegserklärung"

Sie kamen mit Pflastersteinen, Farbbeuteln und Molotowcocktails: Vermummte haben in Hamburg und Berlin Polizei, Zoll und BKA angegriffen. Experten sind alarmiert und warnen vor einer "ganz gefährlichen Entwicklung" - SPIEGEL ONLINE analysiert: Wer steckt dahinter, wie groß ist das Problem wirklich?

dpa

Von und Catherine Simon


Hamburg - Der Kontrast könnte größer kaum sein. Deutschlands Innenminister streiten bei ihrer Konferenz in Bremen über einen simplen Fragebogen, mit dem sie die zunehmende Gewalt gegen Polizisten untersuchen wollen - währenddessen gehen Vermummte in Berlin und Hamburg zum Angriff über.

Unbekannte haben in der Nacht zu diesem Freitag Dienststellen und Fahrzeuge von Polizei, Zoll und Bundeskriminalamt attackiert. Dabei wurden Pflastersteine, Farbbeutel sowie Molotowcocktails eingesetzt, mehrere Streifenwagen gingen in Flammen auf.

"Das ist eine Kriegserklärung an den Rechtsstaat", sagt der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, zu SPIEGEL ONLINE. "Wir erwarten von den Innenministern, dass sie endlich für den Schutz der Polizisten in diesem Land sorgen."

Auch der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, erkennt in den Attacken "eine ganz gefährliche Entwicklung". Es gebe "eine zunehmende Zahl junger Menschen in diesem Land, die sich von Staat und Gesellschaft entfremdet haben. Aus Frust und Perspektivlosigkeit sind bei ihnen Hass, Gewalt und sinnlose Zerstörungswut geworden".

Die neue Gewalt gegen Polizisten - wer steckt dahinter, wie groß ist das Problem wirklich? SPIEGEL ONLINE beantwortet die zentralen Fragen:

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