Angst vor Amoklauf Angriff auf Lehrerin löst Panik an Hauptschule aus

Zwei Schüler haben mit ihrem Angriff auf eine Lehrerin in Nordrhein-Westfalen einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Die Schule wurde aus Angst vor einem Amoklauf geräumt. Der Haupttäter war zuvor wegen verbaler Drohungen vom Unterricht suspendiert worden.

Polizisten sichern die Umgebung der Heideschule in Bergkamen
ddp

Polizisten sichern die Umgebung der Heideschule in Bergkamen


Bergkamen - Sie stürmten mit einer Schreckschusswaffe in die Deutschstunde der neunten Klasse und schlugen der Lehrerin brutal ins Gesicht. Zwei Jugendliche haben an der Heideschule in Bergkamen, Nordrhein-Westfalen, für Angst und Schrecken gesorgt.

Die Polizei rückte wegen der zunächst unklaren Lage mit einem Spezialeinsatzkommando an und räumte die Schule. Angst vor einem Amoklauf kam auf. Die Schüler und Lehrer wurden sofort in einer Grundschule rund einen Kilometer vom Tatort entfernt in Sicherheit gebracht und psychologisch betreut. Fahrräder und Autos blieben an der in aller Eile verlassenen Hauptschule zurück.

Doch die Täter flüchteten und konnten wenig später gefasst werden. Der Hausmeister der Schule hatte schon früh im Auftrag des Rektors die Polizei alarmiert, als der 16 Jahre alte Haupttäter - ein vorübergehend suspendierter Neuntklässler - auf dem Gelände auftauchte und nicht auf den Rektor reagierte.

Der Jugendliche war vermutlich verärgert, weil er wegen vorangegangener verbaler Drohungen für diese Woche vom Unterricht suspendiert war. Zusammen mit einem 14-Jährigen, der laut Schulamt nicht die Heideschule besucht, stürmte er den Klassenraum. Gezielt schlug der 16-Jährige der jungen Lehrerin ins Gesicht.

Einen Amoklauf konnte die Polizei in der Folge schnell ausschließen. Die Lehrerin sei gezielt angegriffen worden. Sie musste sich mit Prellungen in einem Krankenhaus behandeln lassen und erlitt einen Schock - ebenso wie zwei ihrer Schülerinnen.

Schon am Donnerstag soll die Heideschule wieder geöffnet werden. Deutsch, Mathematik und Englisch werden jedoch noch nicht wieder auf dem Stundenplan stehen. Nur von 10 bis 12 Uhr soll Unterricht stattfinden. Schüler und Lehrer müssten erst den Schock verarbeiten, heißt es.

Der Haupttäter wird die Schule wohl nicht wieder betreten dürfen. "Ich gehe davon aus, dass der Schüler die Schule nicht mehr besuchen wird", sagte Schulleiter Rüdiger Weiß. Er hatte dem 16-Jährigen bislang Sportunterricht erteilt.

hut/dpa/AP



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