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Anschlag von San Bernardino: Polizei nimmt Ex-Nachbar des Attentäter-Paares fest

Ein ehemaliger Nachbar soll den Attentätern von San Bernardino Waffen verkauft und weitere Anschläge geplant haben. Jetzt wurde der 24-Jährige festgenommen: Die US-Justiz wirft ihm unter anderem Verschwörung zum Terrorismus und Einwanderungsbetrug vor.

Tatort in San Bernardino: 14 Menschen starben bei einer Schießerei Zur Großansicht
AFP

Tatort in San Bernardino: 14 Menschen starben bei einer Schießerei

Die Polizei in Kalifornien hat einen Bekannten der mutmaßlichen Attentäter von San Bernardino festgenommen. Enrique M. soll ein früherer Nachbar des Täter-Ehepaars sein, das Anfang Dezember 14 Menschen auf einer Weihnachtsfeier in einer sozialen Einrichtung erschossen hat. Von M. sollen zwei der Tatwaffen stammen.

Nach Angaben des US-Justizministeriums werden dem 24-Jährigen unter anderem Verschwörung zum Terrorismus sowie der illegale Kauf von zwei halbautomatischen Waffen zur Last gelegt. Die Vorwürfe sind in einer Strafanzeige verfasst, eine formale Anklage steht noch aus. Es wird erwartet, dass M. noch am Donnerstag (Ortszeit) vor Gericht in der Stadt Riverside erscheinen wird.

M. wird auch Einwanderungsbetrug vorgeworfen: Er soll mit einer Verwandten des mutmaßlichen Attentäters F. eine Scheinehe eingegangen sein. Auf jeden der drei Vorwürfe stehen zwischen zehn und 15 Jahren Haft.

Der Terrorismusvorwurf bezieht sich den Angaben zufolge nicht auf den Angriff von San Bernardino, sondern auf Anschlagspläne, die M. in den Jahren 2011 und 2012 mit seinem damaligen Nachbarn F. geschmiedet haben soll: Dabei ging es laut Justizministerium um Anschläge auf die Bücherei und Cafeteria einer Hochschule sowie um einen Angriff auf eine viel befahrene Schnellstraße. Ausgeführt wurden die Pläne nicht.

Staatsanwältin Eileen Decker erklärte, es gebe derzeit keine Beweise, dass M. auch an dem Anschlag in San Bernardino beteiligt gewesen sei oder davon gewusst habe. Aber sein Waffenkauf und seine Entscheidung, den Schützen nicht zu melden, hätten "fatale Konsequenzen" gehabt.

Den FBI-Ermittlungen zufolge distanzierte sich M. ab dem Jahr 2012 von F. Bei seinen Vernehmungen habe er sich kooperativ gezeigt.

Die Bundespolizei stuft den Anschlag in der sozialen Einrichtung als Terrorakt ein. Demnach hatten sich die mutmaßlichen Schützen Syed F. und Tashfeen M. unabhängig voneinander radikalisiert, im Internet kennengelernt und später geheiratet. Nach dem Anschlag wurden sie auf der Flucht vor der Polizei erschossen. FBI-Chef James Comey sagte, es gebe weiterhin keinen Beweis dafür, dass die mutmaßlichen Attentäter Teil einer Terrorzelle gewesen seien.

Präsident Barack Obama kündigte derweil an, nach San Bernardino reisen zu wollen, um den Freunden und Familien der Opfer zu kondolieren.

kbl/aar/Reuters/AFP

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