Anschlag auf Flüchtlingsheim Vorra Polizei fasst Tatverdächtige nach anderthalb Jahren

Mit dem Brand von Vorra begann Ende 2014 eine Serie von Angriffen auf Flüchtlingsheime. Nun hat die Polizei zwei Verdächtige ermittelt - rechtsradikal sind sie offenbar nicht.

Schmierereien in Vorra
REUTERS

Schmierereien in Vorra


Etwa 18 Monate nach dem Brandanschlag auf ein fast bezugsfertiges Asylbewerberheim im mittelfränkischen Vorra hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Sie sollen den früheren Gasthof im Ortszentrum entgegen bisheriger Vermutungen nicht aus fremdenfeindlichen Motiven in Brand gesteckt haben, sondern aus wirtschaftlichen Erwägungen. Das teilte die Polizei mit. Einzelheiten will sie am Freitag bekanntgeben.

Der Anschlag von Vorra gilt als Auftakt einer Serie von Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland. Auf den Brand in Vorra folgten allein im Jahr 2015 insgesamt etwa tausend Übergriffe in ganz Deutschland.

In Vorra waren im Dezember 2014 mehrere Gebäude durch den Brand schwer beschädigt worden, außerdem hatten die Täter sie mit fremdenfeindlichen Parolen und Hakenkreuzen beschmiert. Die zuvor zur Unterbringung von Flüchtlingen frisch renovierten Gebäude waren zunächst unbewohnbar. Erst ein Jahr nach dem Anschlag konnten Flüchtlinge einziehen.

sms/dpa/AFP



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