Bombenanschlag auf Berufsschule Italien trauert um getötetes Mädchen

Italien gedenkt der getöteten Melissa. Die junge Italienerin war bei einem Bombenattentat in Brindisi ums Leben gekommen. Ermittler verfolgen inzwischen eine erste Spur. Videoaufnahmen zeigen einen einzelnen Mann, der den Sprengsatz vor der Schule deponierte.

Blumenmeer in Brindisi: Beerdigung des getöteten Mädchens
AFP

Blumenmeer in Brindisi: Beerdigung des getöteten Mädchens


Brindisi/Rom - Die bei einem Bombenanschlag in Brindisi getötete Schülerin Melissa soll am Montagnachmittag beerdigt werden. Ob Italiens Regierungschef Mario Monti an der Beisetzung in ihrem Heimatort Mesagne nahe Brindisi teilnimmt, war zunächst unklar. Monti sei bereits aus Chicago abgereist, wo er am Auftakt des Nato-Gipfels teilgenommen hatte.

Die Schülerin war getötet worden, als am Samstagmorgen ein Sprengsatz aus Gas-Kartuschen vor der Berufsschule "Morvillo-Falcone" detonierte. Fünf Mitschülerinnen wurden verletzt. Sie seien auf dem Weg der Besserung, berichtete der Fernsehsender Rai. Auch das am schwersten verletzte Mädchen, um dessen Leben die Ärzte stundenlang gerungen hatten, sei wieder bei Bewusstsein.

Die Ermittler suchen nach einem 50 bis 55 Jahre alten Mann. Eine Videokamera in der Nähe des Schuleingangs zeichnete Bilder von ihm auf. Er soll den Sprengsatz bei einem Müllcontainer vor dem Eingang der Schule deponiert haben. Spekulationen, die Mafia könnte hinter der Tat stecken, haben sich bisher nicht bestätigt. Die Ermittler halten es für möglich, dass es die Tat eines Einzelnen war. Das Motiv ist noch völlig unklar.

Italiens Innenministerin Anna Maria Cancellieri wollte nach einem ersten Solidaritäts-Besuch in Brindisi am Samstag zusammen mit Justizministerin Paola Severino am Montag erneut in die Hafenstadt am Stiefelsporn reisen, um sich mit den Ermittlern zu treffen.

An den öffentlichen Gebäuden in Italien wehen die Fahnen seit dem Anschlag auf halbmast, am Samstagabend gingen in Italien spontan viele Menschen auf die Straße, um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. In Rom versammelten sich viele vor dem Pantheon. "Wir haben keine Angst", stand auf Transparenten. Auch in Brindisi kamen viele Menschen zusammen. "Brindisi weint mit den Opfern", stand auf ihren Plakaten - auch von Vorwürfen gegen die Mafia war zu lesen.

jbr/dpa



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