Anschläge auf Autobahnen BKA fasst offenbar Lkw-Serienschützen

Fünf Jahre lang schoss er mehr als 700-mal unerkannt auf Autotransporter, beschädigte Neuwagen und gefährdete den Straßenverkehr. Nun hat das BKA einen Verdächtigen gefasst. Der Mann ist laut Medienberichten geständig - und selbst Lkw-Fahrer.

Einschussloch in einer Autotür (Archiv): Mehr als 700 Schüsse auf Autotransporter
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Einschussloch in einer Autotür (Archiv): Mehr als 700 Schüsse auf Autotransporter


Berlin/Wiesbaden - Die rätselhafte bundesweite Anschlagsserie auf Autotransporter ist offenbar aufgeklärt. Beamte des Bundeskriminalamts hätten am Sonntag in der Eifel einen Verdächtigen festgenommen, berichteten die Sender SWR-Info und Bayerischer Rundfunk.

Der Mann sei selbst Lkw-Fahrer, berichteten die beiden Sender, und habe die Taten gestanden. Das Bundeskriminalamt in Wiesbaden bestätigte den Fall am Sonntagabend nicht. Es habe zwar einen Einsatz gegeben, hieß es. Weitere Details wurden aber zunächst nicht bekannt.

Seit 2008 ist auf Deutschlands Autobahnen mehr als 700-mal auf Lastwagen geschossen worden. Zwei Frauen wurden dabei schwer verletzt. Eine kam in ihrem Auto von der Straße ab und prallte gegen die Mittelleitplanke, die andere wurde Ende 2009 bei Würzburg in ihrem Auto am Hals getroffen, offenbar von einem Querschläger.

Beschossen wurden überwiegend Autotransporter, die Neuwagen geladen hatten. Die Projektile drangen meist in die Karosserien der transportierten Fahrzeuge ein.

Schon länger Lkw-Fahrer unter Verdacht

In der rätselhaften Anschlagsserie hatten die Ermittler fünf Jahre lang keinen konkreten Hinweis auf den Täter. Zuletzt verstärkte das Bundeskriminalamt (BKA) die Ermittlungen und erhöhte die Belohnung auf Infomationen zur Ergreifung des oder der Täter im vergangenen November von bislang 27.000 auf 100.000 Euro.

Seit Oktober 2012 ermitteln 90 Beamte von BKA und Polizei gemeinsam in der "Besonderen Aufbauorganisation Transporter". Ein Problem dabei: Weil die Einschusslöcher meist erst beim Abladen der Wagen gefunden wurden, ließ sich nur schwer feststellen, wo die Schüsse abgefeuert wurden.

Den Verdacht, dass es sich bei dem Täter selbst um einen Lkw-Fahrer handeln könnte, hegten die Ermittler indes schon länger: Die Schüsse seien nicht vom Rand der Straße abgefeuert worden. Ballistische Auswertungen hatten laut BKA ergeben, dass von einem erhöhten Punkt aus auf den fließenden Gegenverkehr geschossen wird, womöglich dem Führerhäuschen eines Lkw.

sun/dpa



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