Kindsmörder Gäfgen: Anwalt nennt Hinterlegung von Schmerzensgeld rechtswidrig

Der Anwalt des verurteilten Kindsmörders Magnus Gäfgen kritisiert, dass das seinem Mandanten zugesprochene Schmerzensgeld nicht ausgezahlt worden ist. Das Land Hessen verteidigte dagegen seine Entscheidung, die 3000 Euro beim Amtsgericht Frankfurt hinterlegt und nicht an Gäfgen überwiesen zu haben.

Frankfurt/Main - Die Justiz muss sich offenbar erneut mit dem Schmerzensgeld für den verurteilten Kindsmörder Magnus Gäfgen befassen. Das Land Hessen habe die Gäfgen in einem Gerichtsurteil zugesprochenen 3000 Euro nicht an ihn überwiesen, sondern in die Hinterlegungsstelle des Amtsgerichts Frankfurt einbezahlt, weil auch dessen Insolvenzverwalter Anspruch darauf erhebe, berichtet die "Frankfurter Rundschau". Die Zeitung beruft sich auf Angaben des Gerichts und des hessischen Innenministeriums.

Gäfgens Anwalt Michael Heuchemer nannte das Vorgehen "offensichtlich rechtswidrig", wie die Zeitung weiter berichtet. Das Oberlandesgericht Frankfurt habe im Oktober entschieden, dass das Schmerzensgeld Gäfgen persönlich zustehe und nicht vom Insolvenzverwalter geltend gemacht werden könne. Das hessische Innenministerium wiederum verwies laut Zeitung auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs, wonach die Ansprüche dem Insolvenzverwalter zustünden.

Gäfgen hatte 2002 den elf Jahre alten Bankierssohn Jakob von Metzler ermordet. Beim Verhör hatten Polizisten Gäfgen Schmerzen angedroht, wofür ihm das Oberlandesgericht Frankfurt 3000 Euro Schmerzensgeld zusprach. Gäfgen hatte 2006 Privatinsolvenz angemeldet und seine Schulden danach sechs Jahre lang im Rahmen seiner Möglichkeiten zurückgezahlt.

bim/dapd

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