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01. Februar 2011, 11:04 Uhr

Arbeitsrecht

Fehlende Religionszugehörigkeit ist kein Kündigungsgrund

Ein kirchlicher Arbeitgeber darf einem Mitarbeiter nicht kündigen, weil dieser kein Christ ist. Das hat ein Gericht in Ludwigshafen entschieden. Voraussetzung ist, dass die fehlende Religionszugehörigkeit zum Zeitpunkt der Einstellung bekannt war.

Ludwigshafen - Die fehlende Religionszugehörigkeit eines Arbeitnehmers darf nicht ohne weiteres Grund für eine Kündigung sein. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts Ludwigshafen hervor. Demnach darf ein kirchlicher Arbeitgeber einem Mitarbeiter nicht kündigen, nur weil dieser keiner christlichen Kirche angehört. Laut der am Dienstag bekanntgegebenen Entscheidung muss der Arbeitgeber bei der Einstellung des Mitarbeiters allerdings wissen, dass dieser kein Christ ist. Weiter dürfe dessen Verhalten am Arbeitsplatz keinen Anlass zur Klage geben.

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage der Mitarbeiterin einer christlichen Sozialstation Recht. Der Arbeitgeber hatte der Frau gekündigt, da sie als Muslimin keiner christlichen Kirche angehöre. Da die Religionszugehörigkeit bei der Einstellung der Frau bekannt war, entschied das Gericht jedoch zu ihren Gunsten. Zwar dürften Kirchen durchaus die Beschäftigung von Mitarbeitern von der Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche abhängig machen, aber nicht im Nachhinein, so das Gericht zu Begründung.

(Az.: 3 Ca 2807/09)

sar/dpa

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