Argentinien Nicht drei, sondern nur ein Flüchtiger gefasst

Panne bei Argentiniens Sicherheitskräften: Am Samstag hieß es, drei aus dem Gefängnis ausgebrochene Mörder seien gefasst. Nun stellt sich heraus: Zwei sind noch auf der Flucht.

Argentinien: Transport des wieder Gefassten in Buenos Aires
AFP

Argentinien: Transport des wieder Gefassten in Buenos Aires


Seit dem 27. Dezember jagt die argentinische Polizei drei flüchtige Mörder, die aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen sind. Am Samstag feierten die Sicherheitskräfte ihren Erfolg: Alle drei Männer seien gefasst, verkündete die Generalstaatsanwaltschaft. Der frisch gewählte Präsident Mauricio Macri gratulierte via Twitter.

Das war ein wenig voreilig: Nun teilte die Polizei mit, es sei doch erst einer der Flüchtigen gestellt worden. Die anderen beiden sind demnach noch auf freiem Fuß. Wie es zu der Fehlinformation kam, ist noch unklar.

Sicherheitsministerin Patricia Bullrich erklärte, sie könne wegen mutmaßlicher Zusammenarbeit von Sicherheitskräften mit dem organisierten Verbrechen entstanden sein. Die beiden noch Flüchtigen hätten so Zeit gewinnen können.

Sie betonte aber auch, man solle sich auf die gute Nachricht konzentrieren, dass einer der Männer gefasst werden konnte. Die Argentinier könnten nun wieder etwas ruhiger schlafen, sagte sie.

Martin Lanatta: War seit dem 27. Dezember auf der Flucht
AFP

Martin Lanatta: War seit dem 27. Dezember auf der Flucht

Auto überschlagen

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Telam konnte der Mann gefasst werden, nachdem sich das Auto, in dem die drei Flüchtigen unterwegs waren, überschlagen hatte. Die anderen beiden entkamen demnach zu Fuß.

Erst am Donnerstag war die Suche nach den Flüchtigen verstärkt worden, nachdem diese auf eine Gruppe Polizisten geschossen und zwei verwundet hatten.

Die drei Männer - Victor Schialli und die Brüder Martin und Cristian Lanatta - hatten 2008 in Buenos Aires drei Geschäftsmänner getötet, die mutmaßlich illegal Ephedrin an das Sinaloa-Kartell in Mexiko zur Herstellung der Droge Crystal Meth lieferten.

Der Fall bekam eine politische Komponente, als einer der Verurteilten 2015 vor den Wahlen in Argentinien den damaligen Kabinettschef der Präsidentin Kirchner, Aníbal Fernández, als Drahtzieher der Tat nannte. Fernández war Kandidat für das Amt des Gouverneurs der Provinz Buenos Aires. Er wies die Vorwürfe zurück.

wbr/dpa/AP/rtr

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