Entführungen von Cleveland: Ariel Castro plädiert auf nicht schuldig

Castro, Anwalt Weintraub: 977 Anklagepunkte Zur Großansicht
AP

Castro, Anwalt Weintraub: 977 Anklagepunkte

977 Punkte umfasst die vollständige Liste der Vorwürfe gegen den mutmaßlichen Entführer von Cleveland. Ariel Castro hat nun auf nicht schuldig plädiert. Vor Gericht hielt er den Kopf gesenkt - und die Augen oft geschlossen.

Cleveland - Ariel Castro bleibt dabei: Er ist unschuldig. Das hat er im Juni gesagt, als eine Anklage-Liste mit 329 Punkten gegen ihn vorgelegt wurde. Nun hat er sein "nicht schuldig" wiederholt - angesichts von insgesamt 977 Vergehen, die ihm vorgeworfen werden. Die erste Anklage-Liste hatte nur einen Teil des Zeitraums umfasst, in den Castros mutmaßliche Taten fallen.

Der 53-Jährige ist seit seiner Festnahme am 6. Mai in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, drei junge Frauen über Jahre gefangen gehalten, gequält und immer wieder sexuell missbraucht zu haben. Zu den Anklagepunkten gehören Entführung in 512 Fällen, 446-fache Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und schwere Körperverletzung. Er soll eine der Frauen dabei geschwängert und derart misshandelt haben, dass sie das Kind verlor.

Castro könnte bei einer Verurteilung die Todesstrafe drohen. Seine Anwälte haben angedeutet, er könne sich schuldig bekennen, wenn er dafür einer Hinrichtung entgehe.

Castro saß mit gesenktem Kopf und geschlossenen Augen vor der Richterin Pamela Barker. Auch nach der Aufforderung Barkers, sie bei der Verlesung seiner Rechte anzusehen, kämpfte er damit, seine Augen offen zu halten. "Ich versuche es", sagte der 52-Jährige dem Bericht zufolge. Die Richterin verhängte eine Kaution von acht Millionen Dollar (6,1 Millionen Euro) sowie ein Verbot für Castro, mit den Opfern in Kontakt zu treten.

Die drei entführten Frauen Amanda Berry, Gina DeJesus und Michelle Knight verschwanden zwischen 2002 und 2004. Damals waren sie 14, 16 und 20 Jahre alt. Sie wurden Anfang Mai aus dem Haus des Angeklagten in Cleveland befreit, nachdem eine von ihnen um Hilfe gerufen hatte.

Rund zwei Monate nach ihrer Befreiung im Mai hatten sie ihr Schweigen gebrochen. In einem Video bedankten sie sich bei Spendern, die in einen Fonds für die drei Frauen eingezahlt hatten. Zudem baten die drei Opfer darum, weiterhin ihre Privatsphäre zu achten.

ulz/dpa/AP

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Justiz
RSS
alles zum Thema Entführungen in Ohio
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren
  • Zur Startseite
VIDEO