Stau wegen Notfalleinsatz Ungeduldiger Rentner fährt Rettungswagen weg - 1600 Euro Strafe

Weil ein Rettungswagen während eines Einsatzes eine Straße blockierte, hat ein 69-Jähriger in Arnsberg die Geduld verloren. Er setzte sich ans Steuer des Fahrzeugs - und muss dafür nun 1600 Euro zahlen.


Es beginnt wie ein normaler Einsatz: Mitarbeiter des Rettungsdienstes im nordrhein-westfälischen Arnsberg werden im März 2017 zu einem medizinischen Notfall in einem Gebäude gerufen. Doch als sie mit der Patientin auf der Trage aus dem Haus kommen, ist ihr Rettungswagen (RTW) verschwunden.

Was war passiert? Die Retter hatten ihr Feuerwehrfahrzeug auf der einspurigen Straße abstellen müssen, berichtete die "Westfalenpost". Es sei zu einem Stau gekommen - und ein 69-Jähriger, der weit hinten im Stau gestanden habe, sei aus seinem Pkw ausgestiegen, habe sich ans Steuer des nicht verschlossenen RTW der Feuerwehr gesetzt und habe diesen etwa 30 Meter entfernt auf einem Gehweg abgestellt.

Für diese Aktion muss der Rentner aus Arnsberg nun 1600 Euro zahlen. Einen entsprechenden Strafbefehl wegen missbräuchlicher Nutzung eines Fahrzeugs habe der Mann akzeptiert, bestätigte das Amtsgericht Arnsberg. Zunächst hatte der Anwalt des 69-Jährigen den Angaben zufolge Widerspruch eingelegt. Kurz vor der Hauptverhandlung vor einem Strafrichter sei dieser jedoch zurückgezogen worden.

Bei den Behörden löst das Verhalten des Rentners noch immer Kopfschütteln aus. "Die Patientin musste die Strecke bis zum Rettungswagen auf der Straße geschoben werden, da der Bürgersteig an dieser Stelle aus Kopfsteinpflaster besteht", sagte ein Sprecher der Stadt Arnsberg. Zudem habe der Mann einen Einsatz, bei dem es auf Sekunden ankommen kann, nicht nur behindert, sondern die Mitarbeiter des Rettungsdienstes auch noch "wüst beschimpft".

wit

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