Prozess um tote Teenager in Gartenlaube "Die schlimmste Katastrophe meines Lebens"

Sechs Jugendliche starben im bayerischen Arnstein in einer Gartenlaube. Nun hat der Prozess gegen den Besitzer begonnen. Der Mann ist selbst Vater zweier Opfer - und hat sich zum Auftakt umfassend geäußert.

Andreas P. (Mitte)
DPA

Andreas P. (Mitte)


Im Prozess um die tödliche Kohlenmonoxidvergiftung von sechs Teenagern in einer Gartenlaube in Unterfranken hat sich der Besitzer des Häuschens umfassend zu den Hintergründen geäußert. "Nach wie vor bin ich fassungslos, wie und warum das passieren konnte", ließ der angeklagte Andreas P. von seinem Verteidiger verlesen. "Ich will aber keine Schuld von mir weisen", las Strafverteidiger Hubertus Krause weiter vor.

"Was im Januar passiert ist, ist die schlimmste Katastrophe meines Lebens", so die Äußerung des Angeklagten. "Sie alle waren Freunde, sie alle waren noch so jung."

Der Mann aus Arnstein steht wegen sechsfacher fahrlässiger Tötung vor Gericht. In seiner Gartenlaube starben im Januar sechs Teenager an einer Kohlenmonoxidvergiftung, darunter zwei seiner eigenen Kinder. Die Ursache: ein im Technikraum des Häuschens aufgestellter Stromgenerator.

Grundstück in der Nähe von Arnstein
DPA

Grundstück in der Nähe von Arnstein

Laut Staatsanwaltschaft war das Stromaggregat nicht für geschlossene Räume zugelassen. Der Anklageschrift zufolge soll der 52-Jährige zudem eine wackelige Abgasableitung gebastelt haben, die im Laufe des Abends zusammengebrochen war. Deshalb konnte sich das tödliche Gas unbemerkt in der Hütte verteilen.

Der Angeklagte sagte in seiner persönlichen Erklärung unter anderem, dass er die Abgasleitung extra fest installiert und vor dem Betrieb mehrfach erfolgreich getestet habe. Der neu gekaufte Generator sei bereits zu Silvester einwandfrei gelaufen.

Er selbst hatte die Toten am Morgen nach der Feier in der Laube entdeckt. Er habe zunächst angenommen, die jungen Leute hätten nur zu viel getrunken und würden deshalb noch schlafen.

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Erst Minuten später sei ihm klar geworden, dass "etwas Schreckliches passiert ist". Das Gericht muss nun entscheiden, wie der Mann dafür zur Verantwortung gezogen werden muss. Sollten die Richter seine Schuld feststellen, können sie sowohl eine Geldstrafe als auch eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren verhängen.

asa/dpa



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