Attacke am Feiertag Olympiasieger Nykänen sticht auf Ehefrau ein

Absturz einer Skisprung-Legende: Der vierfache Olympiasieger Matti Nykänen hat an Weihnachten seine Frau mit einem Messer attackiert - mit Schnittwunden im Gesicht flüchtete sie zu den Nachbarn. Der Wutausbruch des Finnen ist der jüngste Höhepunkt einer ganzen Reihe von Eskapaden.


Helsinki - Das einstige Sportidol Matti Nykänen wurde erneut festgenommen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur STT soll der viermalige Skisprung-Olympiasieger am ersten Weihnachtsfeiertag mit einem Messer auf seine Frau Mervi Tapola eingestochen haben.

Der Agentur zufolge attackierte der 46-Jährige seine Ehefrau im gemeinsamen Haus im finnischen Ylöjarvi. Mervi Tapola flüchtete mit Schnittwunden im Gesicht und an den Händen zu den Nachbarn.

Der frühere Profisportler ist bereits mehrfach vorbestraft. Unter anderem musste er eine Gefängnisstrafe wegen versuchten Totschlags absitzen, nachdem er einem Bekannten im Vollrausch ein Messer in den Rücken gerammt hatte.Nykänen soll am Montag vor dem Haftrichter erscheinen, ihm droht wieder eine Anklage wegen versuchten Totschlags.

Zuletzt wurde er 2006 zu einer viermonatigen Gefängnisstrafe verurteilt - ebenfalls wegen Angriffen gegen Mervi Tapola. Damals hatte er seine Frau stark alkoholisiert verprügelt.

Bei den Olympischen Winterspielen 1988 im kanadischen Calgary war Nykänen der erste Skispringer, der drei Goldmedaillen gewann. Er holte auch vier Weltmeistertitel. Nach seinem Abschied vom Sport kam dann der Absturz: Wegen finanzieller Probleme verkaufte er seine Medaillen, versuchte sich als Sänger sowie Stripper und galt als alkoholabhängig.

Schon 1986 hatte der Finne sein erstes Gerichtsverfahren am Hals, weil er Zigaretten und Bier aus einem Kiosk gestohlen hatte. 1990 flog der unberechenbare Ex-Weltmeister denn auch lieber nach Gran Canaria, als bei der Vierschanzentournee teilzunehmen. Derartige Eskapaden trieben den Vater von zwei Kindern in den finanziellen Ruin.

1994 versagte er bei seinem letzten Comeback-Versuch. Auch Versuche, sich als Trainer zu etablieren, scheiterten. Die Verfilmung seines Lebens, die 2006 in den finnischen Kinos zu sehen war, trug den bezeichnenden Titel: 'Matti - die Hölle ist für Helden".

amz/dpa/Reuters



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saul7 27.12.2009
1. Dieser
Zitat von sysopAbsturz eines Skisprung-Legende: Der vierfache Olympiasieger Matti Nykänen hat an Weihnachten seine Frau mit einem Messer attackiert - mit Schnittwunden im Gesicht flüchtete sie zu den Nachbarn. Der Wutausbruch des Finnen ist der jüngste Höhepunkt einer ganzen Reihe von Eskapaden. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,669141,00.html
Vorfall ist der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Reihe von Eskapaden und Ausrastern eines bekannten Skisprung-Olympiaisegers und findet große Beachtung in der Presse, während andere Männer ihre Frauen auf ähnliche Weise drangsalieren und quälen und ihre Untaten bestenfalls im Kreisblatt Erwähnung finden. Es ist schlimm genug, dass derartiges passiert. Klatsch und Tratsch...
MonacoMartino 27.12.2009
2. Aushilfsjournalismus
Zitat von sysopAbsturz eines Skisprung-Legende: Der vierfache Olympiasieger Matti Nykänen hat an Weihnachten seine Frau mit einem Messer attackiert - mit Schnittwunden im Gesicht flüchtete sie zu den Nachbarn. Der Wutausbruch des Finnen ist der jüngste Höhepunkt einer ganzen Reihe von Eskapaden. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,669141,00.html
Eine Messerattacke fällt also unter "Eskapade", sie bildet den Höhepunkt der Eskapade. Liest den überhaupt niemand mehr die Praktikantentexte gegen?
fpa, 27.12.2009
3. Ja
Zitat von MonacoMartinoEine Messerattacke fällt also unter "Eskapade", sie bildet den Höhepunkt der Eskapade. Liest den überhaupt niemand mehr die Praktikantentexte gegen?
Das traurige Problem liegt doch ganz wo anders. Matti Nykänens Leben ist doch geradezu eine Muster-Agenda einer psychischen Krankheit (Depression? ADHS? Persönlichkeitsstörung?) Am logischsten wäre wohl das mittlerste. Denn ADHS könnte gleichzeitig seinen sportlichen Erfolg erklären, in einer Disziplin wo Überportionen von Wagemut und Ehrgeiz gefragt sind. Der doppelte Kick, sozusagen. Das ADHS typische Risk-seeking-behavior mal positiv ausgelebt. Das Loch nach Wegfall dieses Kicks am Karriere-Ende leider nur umso tiefer. Was hat man doch nach dem Tode von Robert Enke für ein TamTam gemacht. Von nun an sollte doch alles besser werden. Schluss mit der Stigmatisierung von psychischen Krankheiten, in der Gesellschaft und insbesondere auch im Leistungssport. Von wegen. War wohl alles nur leeres Gewäsch. Gerade auch für die Medien. Am Ende siegt der Voyeurismus. Der bringt schließlich Quote. Was kümmern schon die Schicksale der Menschen dahinter. Und bitte jetzt nicht mit dem Täter-Opfer Schema kommen. Das passt hier so nicht. Diese Frau liebt ihn doch. Und das nicht wenig. Sonst hätte sie nach den vorherigen Ereignissen doch schon lange das Weite gesucht. Einfach nur traurig. Aber wie bei Enke - um die 700 Menschen werfen sich jährlich vor einen Zug - die promis bekommen noch eine gewisse Aufmerksamkeit, und die anderen, denen es genauso geht? ... gegen der Gesellschaft am A.. vorbei.
avollmer 27.12.2009
4. ... und Schweine können fliegen.
Zitat von fpaDas traurige Problem liegt doch ganz wo anders. Matti Nykänens Leben ist doch geradezu eine Muster-Agenda einer psychischen Krankheit (Depression? ADHS? Persönlichkeitsstörung?) Am logischsten wäre wohl das mittlerste. Denn ADHS könnte gleichzeitig seinen sportlichen Erfolg erklären, in einer Disziplin wo Überportionen von Wagemut und Ehrgeiz gefragt sind. Der doppelte Kick, sozusagen. Das ADHS typische Risk-seeking-behavior mal positiv ausgelebt. Das Loch nach Wegfall dieses Kicks am Karriere-Ende leider nur umso tiefer. Was hat man doch nach dem Tode von Robert Enke für ein TamTam gemacht. Von nun an sollte doch alles besser werden. Schluss mit der Stigmatisierung von psychischen Krankheiten, in der Gesellschaft und insbesondere auch im Leistungssport. Von wegen. War wohl alles nur leeres Gewäsch. Gerade auch für die Medien. Am Ende siegt der Voyeurismus. Der bringt schließlich Quote. Was kümmern schon die Schicksale der Menschen dahinter. Und bitte jetzt nicht mit dem Täter-Opfer Schema kommen. Das passt hier so nicht. Diese Frau liebt ihn doch. Und das nicht wenig. Sonst hätte sie nach den vorherigen Ereignissen doch schon lange das Weite gesucht. Einfach nur traurig. Aber wie bei Enke - um die 700 Menschen werfen sich jährlich vor einen Zug - die promis bekommen noch eine gewisse Aufmerksamkeit, und die anderen, denen es genauso geht? ... gegen der Gesellschaft am A.. vorbei.
Wir können doch froh sein, dass man mit normabweichendem Verhalten und Denken nicht mehr in geschlossene Verwahranstalten kommt und mit Dauermedikation ruhig gestellt wird. Ausserdem fühlen sich die meisten ganz gut dabei sich in die Tasche zu lügen und nicht zugeben zu müssen, dass sie selbst auch Probleme haben.
haltetdendieb 27.12.2009
5. Die Frau ist auch nicht ganz ohne!
m August 2004, nach einer recht erfolgreichen Comeback-Tournee als Popsänger in Finnland, geriet Matti Nykänen mit seiner Frau unter Verdacht des versuchten Totschlags. Ihnen wurde vorgeworfen, einen 59-jährigen Freund im Alkoholrausch nach einem Streit ums Fingerhakeln in einer Hütte in Nokia niedergestochen zu haben. http://de.wikipedia.org/wiki/Matti_Nyk%C3%A4nen Da haben sich halt die beiden Richtigen gefunden!
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