Attacke auf "Bild"-Chef Beust verurteilt Brandanschlag auf Diekmann-Auto

Unbekannte haben in der Nacht das Auto des Chefredakteurs der "Bild"-Zeitung, Kai Diekmann, in Brand gesetzt. Wer hinter der Tat steckt, ist noch unklar. Die Polizei geht von einem politischen Hintergrund aus. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust ist entsetzt.


Hamburg - Um 2.40 Uhr ging der Wagen des "Bild"-Chefs, der vor Diekmanns Wohnhaus im Hamburger Stadtteil Harvestehude geparkt war, in Flammen auf. Unbekannte hätten auf den hinteren linken Reifen der Mercedes R-Klasse einen Brandsatz gestellt, teilte die Polizei mit. An dem Fahrzeug sei erheblicher Sachschaden entstanden.

Ausgebranntes Diekmann-Auto: Brandsatz auf dem Hinterrad
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Ausgebranntes Diekmann-Auto: Brandsatz auf dem Hinterrad

"Wir vermuten einen politischen Hintergrund", sagte ein Polizeisprecher. Einen Zusammenhang mit dem bevorstehenden G-8-Gipfel in Heiligendamm wollte er nicht ausschließen. Der Staatsschutz ermittele.

Es habe sich sich um einen Privatwagen Diekmanns mit drei Kindersitzen gehandelt, nicht um eine Dienstlimousine, sagte ein Axel-Springer-Sprecher SPIEGEL ONLINE. Weitergehend wollte er sich nicht äußern.

In den vergangenen Wochen war es in Hamburg wiederholt zu Brandanschlägen und Sachbeschädigung gekommen - vermutlich politisch motiviert. So war im Dezember 2006 im Stadtteil Winterhude ein Brandanschlag auf Haus und Auto des Hamburger Finanz-Staatssekretärs Thomas Mirow (SPD) verübt worden.

Kürzlich warfen Unbekannte in Hamburg Farbbeutel und Steine auf das Haus eines Lufthansa-Managers und ein Luxushotel. Beide Male nahmen Bekennerschreiben Bezug auf den G-8-Gipfel und die linke Szene.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust verurteilte die Attacken scharf. Er nannte sie "erschreckend" und durch nichts zu rechtfertigen. Es gebe keine "harmlose Gewalt gegen Sachen", sagte von Beust.

jdl/pad/dpa/ddp/Reuters



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