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Toulouse: Attentäter stirbt nach Feuergefecht mit Polizisten

Die Polizei hat die Wohnung des mutmaßlichen Attentäters Mohammed Merah gestürmt. Laut Innenminister Guéant eröffnete der Mann das Feuer auf die Beamten, die zurückschossen. Plötzlich sei er aus einem Fenster gesprungen - am Boden wurde er tot aufgefunden.

REUTERS

Toulouse - Der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse ist tot. Das bestätigte der französische Innenminister Claude Guéant gegen Mittag. Mohammed Merah starb demnach nach einer schweren Schießerei, als Polizisten die Wohnung stürmten, in der er sich verschanzt hatte. Dabei gingen die Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben auch mit Gas vor, um Merah bewegungsunfähig zu machen. Zwei Polizisten seien während der Aktion verletzt worden, einer von ihnen am Fuß.

Guéant berichtete, man habe nach dem letzten Kontakt mit dem Attentäter gegen 22.30 Uhr am Morgen dann den Zugriff beschlossen und gegen 10.30 Uhr Blendgranaten und Schallbomben gezündet. Als Mohammed Merah darauf nicht reagiert habe, hätten Beamte des Sondereinheit RAID die Tür eingetreten und die Wohnung Zimmer für Zimmer durchsucht. Dabei hätten sie auch Kameras eingesetzt. Plötzlich habe Merah dann aus dem Badezimmer lange auf die Polizisten gefeuert.

"Die Beamten schossen in Notwehr zurück, woraufhin Merah aus dem Fenster sprang", sagte Guéant. Dabei habe er mit der Waffe in der Hand noch weiter gefeuert. "Er wurde tot auf dem Boden gefunden", sagte Guéant. In der Hand habe er noch eine Pistole gehalten. Laut Angaben des TV-Nachrichtensenders BFM wurden am Tatort mehr als 300 Patronen verschossen.

Unterdessen wurde bekannt, dass die französische Polizei nach möglichen Komplizen Mohammed Merahs fahndet. Präsident Nicolas Sarkozy sagte am Donnerstag, entsprechende Ermittlungen seien eingeleitet worden.

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Toulouse: Ende eines Nervenkriegs
Ausdrücklich dankte der Innenminister den Beamten des Sondereinsatzkommandos für ihre Arbeit. Auch Präsident Nicolas Sarkozy gratulierte den Einsatzkräften. "Wir denken jetzt besonders an die von dem Mörder Getöteten und Verwundeten", sagte der Präsident in einer Erklärung. Alle Versuche, ihn lebend zu fangen, seien gescheitert, so der Staatschef in einer Fernsehansprache: "Es hat bereits zu viele Tote gegeben." Die Regierung werde nun Lehren ziehen. Künftig werde jeder, der im Internet zu Hass aufrufe, bestraft. Frankreich habe entschlossen und kaltblütig gehandelt und seine Einheit bewahrt. Rachegedanken oder Wut seien jetzt nicht hilfreich, betonte Sarkozy. Für den Abend hat die Pariser Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz angekündigt.

Die Elitepolizisten waren kurz vor 11 Uhr in die Wohnung von Mohammed Merah eingedrungen und hatten sich dort langsam vorgetastet. Guéant hatte angeordnet, den laut Nachrichtenagentur AFP 23-Jährigen möglichst lebend zu fassen, um ihn vor Gericht zu stellen. Der Minister erklärte, dass der Verdächtige beim letzten Kontakt am Mittwochabend angedeutet habe, nicht aufgeben zu wollen und bei einem etwaigen Zugriff auf die Polizisten schießen zu wollen.

Seit kurz nach 3 Uhr am Mittwochmorgen hatte Merah in seiner Wohnung ausgeharrt. Zuvor war das Haus im Osten der Stadt von Elitepolizisten umstellt worden. Ihr erster Versuch, die Wohnung zu stürmen und Merah zu überwältigen, war gescheitert. Der schwerbewaffnete Mann schoss durch die Tür und verletzte mehrere Beamte.

Merah soll in den vergangenen Tagen vor einer jüdischen Schule in Toulouse einen Religionslehrer und drei Kinder sowie zuvor drei Soldaten in Toulouse und Montauban erschossen haben. Die Polizei war ihm am Dienstag auf die Spur gekommen. Spezialkräfte hatten mehrfach Kontakt mit dem Mann, um ihn zur Aufgabe zu bewegen. In den Gesprächen hatte er erklärt, er stehe der Terrororganisation al-Qaida nahe. Er stand aber unter Beobachtung der Geheimdienste, nachdem er sich zweimal nach Afghanistan begeben haben soll.

jbr/wit/AFP/dpa

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Die Eliteeinheit Raid
Die Eliteeinheit der französischen Polizei "Recherche, Assistance, Intervention, Dissuasion", kurz Raid, wurde 1985 nach einer Serie von Bombenanschlägen gegründet. Wer sich für die Ausbildung bewerben will, muss harte psychische und physische Tests bestehen. Die Ausbildung dauert neun Monate, sie bereitet auf Einsätze in Extremsituationen zu Land, in der Luft und im Wasser vor.

Aufgabe der Raid ist die Bekämpfung des Terrorismus, die Polizisten werden zum Schutz von wichtigen Infrastrukturobjekten eingesetzt. Sie kommen aber auch bei extrem schwierigen Einsätzen zum Zug, wie zum Beispiel 1993, als sich ein Mann, der sich als "menschliche Bombe" bezeichnete, mit 21 Kindern in einer Schule verschanzte. Alle Kinder überlebten, der Geiselnehmer wurde erschossen.

Die Raid ist in verschiedenen Einheiten organisiert: Sie bestehen aus Sturmtruppen, Scharfschützen, Fallschirmspringern, Tauchern, speziell für die Verhandlungen mit Verbrechern ausgebildete Polizisten und einer Hundestaffel.


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