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Attentat in Norwegen: Verfassungsschutz warnt vor Breivik-Nachahmern

Anders Breivik bereitete die Attentate in aller Stille vor, dann schlug er zu, tötete 77 Menschen - ein Alptraum für Ermittler. Deutsche Experten fürchten nach SPIEGEL-Informationen nun, dass der Norweger Islamgegnern als Vorbild dienen könnte.

Anders Behring B.: Das Web und der Massenmörder Fotos
Getty Images/ Facebook

Die deutschen Sicherheitsbehörden fürchten, dass der Attentäter von Norwegen zum Vorbild für militante Islamgegner werden könnte. "Er könnte als Blaupause für Nachahmer dienen", sagte der Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Alexander Eisvogel, dem SPIEGEL. "Aus Sicht von Terroristen war seine Planung akribisch und sorgfältig darauf bedacht, den Sicherheitsbehörden im Vorfeld nicht aufzufallen. Dies hat er alles in seiner Schrift tagebuchartig notiert. Genau diese Mischung aus den Anschlägen und deren öffentlich nachlesbar genau beschriebenen Vorbereitungen macht uns derzeit die größte Sorge."

Nach Einschätzung des Verfassungsschützers handelt es sich bei dem Attentat um eine "neue Form der Ausländerfeindlichkeit, die nicht mehr rassistisch, sondern kulturalistisch und ideologisch argumentiert", so Eisvogel.

Die Reaktionen in der rechtsextremistischen Szene seien bislang allerdings zurückhaltend bis ablehnend, "weil die ideologische Mischung der ca. 1500 Seiten, bestehend aus Mystifizierung der Tempelritter und Islamhass unter gleichzeitiger expliziter Ablehnung nationalsozialistischen Gedankenguts für deutsche Rechtsextremisten schwer verdaubar ist".

Heftige Kritik an der politischen Diskussion in Deutschland hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) geübt. "Wer dagegen kurz nach dem Vorfall in Norwegen Forderungen wie ein NPD-Verbot erhebt, instrumentalisiert, ja missbraucht das tragische Geschehen für seine eigenen innenpolitischen Zwecke", sagte Friedrich dem SPIEGEL. Nach dem Attentat hatte die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles auf ein neues NDP-Verbotsverfahren gedrängt, der innenpolitische Sprecher der Union, Hans-Peter Uhl, hatte die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung gefordert.

Wo versteckte Breivik das Material für die Bombe?

Die norwegischen Sicherheitsbehörden sind derzeit noch auf der Suche nach einem Großteil der von Breivik bestellten sechs Tonnen Düngemittel. Bei einem Treffen von Terrorexperten in Brüssel am vergangenen Donnerstag berichteten norwegische Ermittler, Breivik habe für die detonierte Bombe nur einen Bruchteil des Ausgangsstoffes gebraucht, der Verbleib des Restes sei unklar. Womöglich gibt es ein weiteres Depot mit Bombenmaterial.

Mittlerweile sind neue Details von Breiviks Festnahme bekannt geworden. Demnach haben die norwegischen Elitepolizisten vor dem Zugriff gefürchtet, dass Breivik Sprengstoff am Körper trage und wollten ihn erschießen. Breivik habe auf der Insel einen Ohrstöpsel getragen, der mit einem iPod verbunden gewesen sei, sagte der Leiter des Einsatzkommandos, Anders Snortheimsmoen, dem SPIEGEL. Die Polizisten hätten das Kabel des iPod zunächst irrtümlich für den Draht einer Bombe gehalten. Zudem hätten seine Leute beim Absuchen der Insel mit Benzin befüllte Plastikflaschen in den Bäumen gefunden, die Breivik dort offenbar angebracht hatte.

Nach der Festnahme sei der Attentäter zunächst mindestens eine halbe Stunde am Ort der Festnahme bewacht worden, ehe ihn die Polizisten in ein Haus auf der Insel brachten. Laut Snortheimsmoen hätte die Delta-Einheit die Zeit benötigt, um das Haus und die Umgebung zu sichern.

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insgesamt 118 Beiträge
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1. Deutsche "Experten" ...
mexi42 31.07.2011
schüren wieder einmal GERMAN ANGST.
2. Wirbel
stier11194 31.07.2011
Zitat von sysopAnders Breivik bereitete die Attentate in aller Stille vor, dann schlug er zu, tötete 77 Menschen - ein Alptraum für Ermittler. Deutsche Experten fürchten nach SPIEGEL-Informationen*nun, dass der Norweger Islamgegnern als Vorbild dienen könnte. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,777539,00.html
Klar, je mehr Wirbel man darum macht, umso höher wird die Wahrscheinlichkeit. Statt hier den richtigen Weg zu gehen und sich in der Sache nicht zu äußern, wird so die Werbetrommel durch solche Äußerungen weiter in Gang gehalten und so im Endeffekt die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung erhöht. Das dürften genau das die Reaktionen sein, welche der Täter mit seiner Tat provozieren wollte. Der Grund solcher Äußerungen dürften aber in Wirklichkeit sein, Gesetze zu erreichen, die die Freiheit jedes einzelnen Bürgers einschränken sollen. Das wird aber nie die Wiederholung solcher Taten verhindern. Ein Schelm ....
3. Experten..soso
rhodensteiner 31.07.2011
Zitat von sysopAnders Breivik bereitete die Attentate in aller Stille vor, dann schlug er zu, tötete 77 Menschen - ein Alptraum für Ermittler. Deutsche Experten fürchten nach SPIEGEL-Informationen*nun, dass der Norweger Islamgegnern als Vorbild dienen könnte. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,777539,00.html
Warum sollte Breivik für Islamgegner ein Vorbild sein? Mit seiner Tat hat er schließlich den Islamkritikern weit mehr geschadet als dem Islam. Denn diese werden von vielen Medien nun mit diesem Irren verglichen und teils sogar gleichgesetzt. Der irre Breivik ist nun wirklich kein Vorbild für Religionskritiker! "Experten" die das glauben, sollten sich einen anderen Job suchen.
4. Deutsche Experten
blowup 31.07.2011
Deutschen Experten fürchten. Deutschen Experten warnen. Deutschen Experten fordern. (und deutsche Medien verbreiten den Mist brav...). Gähn! Wer es nicht schon immer wusste, hat spätestens nach der unaufgeregten und reifen Art wie Norwegen mit der Katastrophe umgegangen ist, gemerkt, in welcher Würstchenbude wir hier eigentlich leben. Beschämend.
5. "Islamgegnern als Vorbild dienen könnte"
Orphelin 31.07.2011
Richtig ... und allein DIESER Artikel enthält schon genug Tipps - und alle anderen des SPON noch viel mehr - vom Rest der Journaille ganz zu schweigen! Wann hört diese glorifizierende Detail-Berichterstattung mit Starfoto endlich auf? Falls es Nachahmer geben sollte, kann ich mir nur wünschen, dass die Presse endlich zur Verantwortung gezogen wird!
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