Attentäter von Toulouse Merahs Vater klagt vor Gericht wegen Mordes

Drei Monate nach dem gewaltsamen Tod seines Sohnes hat der Vater von Mohammed Merah Klage wegen Mordes eingereicht. Die Polizei hätte den Attentäter von Toulouse demnach nicht erschießen dürfen. Nun prüft die französische Justiz den Fall.

Mohammed Merah in einem privaten Video: Vater klagt wegen Mordes
REUTERS / France 2

Mohammed Merah in einem privaten Video: Vater klagt wegen Mordes


Paris - Der gewaltsame Tod des Attentäters von Toulouse im Kugelhagel der Polizei im März hat möglicherweise ein gerichtliches Nachspiel. Der Vater des erschossenen Mohamed Merah hat in Paris eine Klage gegen Unbekannt wegen Mordes eingereicht, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine Anwältin des Vaters.

Indirekt zielt die Klage auf die Polizeiführung, die einem Einsatzkommando den Befehl zur Erstürmung von Merahs Wohnung gegeben hatte, sagte Anwältin Isabelle Coutant-Peyre. Der in Algerien wohnende Vater hatte schon früher erklärt, Frankreichs Polizei hätte seinen Sohn lebendig fassen müssen. Die französische Justiz muss die Klage nun prüfen, wie der Sender RTL berichtete.

Merah hatte im Frühjahr sieben Menschen erschossen. Er wurde am 22. März nach 32-stündiger Belagerung während eines Schusswechsels mit der Polizei getötet. Der 23-Jährige hatte zuvor zugegeben, vor einer jüdischen Schule in Toulouse drei Kinder und einen Religionslehrer erschossen zu haben. Davor hatte er am 11. und 15. März in Toulouse und Montauban drei Soldaten umgebracht.

Er selbst hatte sich als Mudschahidin (Gotteskrieger) bezeichnet und erklärt, dem Terrornetzwerk al-Qaida nahezustehen. Die Mordserie hatte damals den Präsidentschaftswahlkampf unterbrochen.

jbr/dpa/AFP



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