Augsburger Polizistenmord: Tochter eines Verdächtigen versteckte Waffen

Geständnis im Fall des Polizistenmordes von Augsburg: Die Tochter eines der mutmaßlichen Täter gab zu, Kisten mit Waffen und Geld im Keller ihres Hauses versteckt zu haben. Von dem brisanten Inhalt habe sie nichts gewusst. Sie erhält eine Bewährungsstrafe.

Angeklagte Nadja M. vor dem Amtsgericht Augsburg: Waffen und Geld versteckt? Zur Großansicht
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Angeklagte Nadja M. vor dem Amtsgericht Augsburg: Waffen und Geld versteckt?

Augsburg - Sieben Monate nach dem Augsburger Polizistenmord hat die Tochter eines Tatverdächtigen eingeräumt, jahrelang Kisten ihres Vaters mit Waffen und Geld im Keller deponiert zu haben. Von dem brisanten Inhalt habe sie allerdings erst erfahren, als sie nach dessen Festnahme Ende 2011 in die Kisten geschaut habe, sagte die 32-Jährige vor dem Augsburger Amtsgericht. Wegen unerlaubten Waffenbesitzes, Geldwäsche sowie Hehlerei wurde sie am Montag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Die Polizei verständigte sie ihren Angaben zufolge damals nicht - stattdessen versteckte sie das Geld in ihrer Küche. "Ich hatte Angst, dass ich belastet werde mit dem Zeug." Ihr Vater ist einer von zwei Tatverdächtigen im Fall des Augsburger Polizistenmordes vom Oktober 2011.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft lagen in der Kiste diverse Waffen und Handgranaten sowie mehr als 38.000 Euro. Das Geld soll aus einem Raubüberfall im Jahr 2004 stammen. Die Frau ist wegen unerlaubten Waffenbesitzes sowie Begünstigung, Geldwäsche, Diebstahl und Hehlerei angeklagt. Vor Gericht stand auch der 31 Jahre alte Ex-Partner der Angeklagten, er wurde zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

Der Vater der Geständigen soll mit seinem Bruder in der Nacht zum 28. Oktober 2011 in Augsburg den Polizisten Mathias V. erschossen und dessen Kollegin verletzt haben. Die beiden sollen auf dem Weg zu einem Raubüberfall gewesen sein. Gut zwei Monate später wurden sie festgenommen und sitzen seither in Augsburg beziehungsweise München in Untersuchungshaft. Sie schweigen zu den Vorwürfen.

Die beiden werden auch verdächtigt, vier Raubüberfälle begangen und dabei mehr als 500.000 Euro erbeutet zu haben. Im Einzelnen sollen sie 2002 ein Werttransportunternehmen in Ingolstadt, 2004 sowie 2008 Werttransportunternehmen in Augsburg und 2011 einen Lebensmittelmarkt in Augsburg überfallen haben. Die mutmaßlichen Täter seien bei den Überfällen sehr brutal vorgegangen.

jbr/dpa/dapd

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