Attentäter von Aurora Lebenslange Haft für James Holmes offiziell bestätigt

Es ist das Ende eines langen Prozesses: Ein Richter in Colorado hat die lebenslange Haftstrafe für den Aurora-Attentäter James Holmes offiziell bestätigt. Holmes habe seinen Hass in Morden gegen Unschuldige ausgelebt.

James Holmes (r.), Anwalt: Bis zum Lebensende ins Gefängnis
AP

James Holmes (r.), Anwalt: Bis zum Lebensende ins Gefängnis


Drei Jahre und 37 Tage nach den tödlichen Schüssen in einem Kino in der US-Stadt Aurora hat ein Richter für den Attentäter James Holmes offiziell eine lebenslange Haftstrafe verhängt. Richter Carlos Samour hatte die Entscheidung der Geschworenen vor rund zwei Wochen bereits verkündet. Nun setzte er das Strafmaß in Centennial bei Denver auch formal fest.

Samour verhängte das höchstmögliche Strafmaß: zwölf Mal lebenslänglich für die Morde und 3318 weitere Jahre Haft für die versuchten Morde sowie für Sprengfallen, mit denen Holmes seine Wohnung versehen hatte. Holmes habe seinen Hass in Morden gegen Unschuldige ausgelebt. "Es ist fast nicht zu verstehen, wie ein Mensch dazu fähig sein kann, solche Taten zu begehen", sagte der Richter.

Die Todesstrafe kam nicht in Betracht, dafür wäre Einstimmigkeit unter den zwölf Geschworenen notwendig gewesen. Elf stimmten für die Todesstrafe, einer stimmte für lebenslange Haft.

Die Anklage hatte die Todesstrafe gefordert. Staatsanwalt George Brauchler argumentierte, Holmes habe die Tat sowie den "Zeitpunkt und die Art und Weise" der Morde akribisch geplant. Er habe es daher nicht verdient, mit einer lebenslangen Haftstrafe davonzukommen.

Die Verteidigung hatte Holmes' Einweisung in eine Psychiatrie gefordert. Das ist immer noch möglich. Experten des Strafvollzugs in Colorado müssen Holmes untersuchen und auch seine geistige Verfassung beurteilen. Bei ihm wurde Schizophrenie diagnostiziert; möglicherweise kommt er in eine psychiatrische Einrichtung.

Samour wies Vorwürfe zurück, der Prozess sei Zeitverschwendung gewesen. Bereits vor zwei Jahren hatten Holmes' Verteidiger gesagt, ihr Mandant werde sich schuldig bekennen, wenn ihm die Todesstrafe erspart bleibe. Diesen Deal hatte die Staatsanwaltschaft abgelehnt.

Holmes hatte bei einer "Batman"-Filmpremiere im Juli 2012 zwölf Menschen in dem Kino erschossen und 70 zum Teil schwer verletzt. Er war zunächst unbewaffnet in das Kino gekommen, dann während des Films herausgeschlichen und mit militärischer Ausrüstung wie Helm und Schutzkleidung zurückgekommen. Dann schoss er erst mit einer Schrotflinte, einem Sturmgewehr und schließlich mit einer Pistole in die Menge.

ulz/dpa

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