Aurora-Morde Kino-Attentäter darf auf unzurechnungsfähig plädieren

James Holmes wir zur Last gelegt, im US-Bundesstaat Colorado zwölf Kinobesucher erschossen und Dutzende verletzt zu haben. Das Gericht akzeptierte nun das Plädoyer des 25-Jährigen auf  "unschuldig wegen Unzurechnungsfähigkeit".

Mutmaßlicher Kino-Schütze Holmes (Mitte): "Unschuldig wegen Unzurechnungsfähigkeit"
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Mutmaßlicher Kino-Schütze Holmes (Mitte): "Unschuldig wegen Unzurechnungsfähigkeit"


Centennial - Der mutmaßliche Kino-Attentäter von Aurora darf auf "nicht schuldig wegen Unzurechnungsfähigkeit" plädieren. Das Gericht von Centennial im US-Bundesstaat Colorado nahm das Plädoyer von James Holmes an. Mit dieser Entscheidung bei einer Anhörung könnte sich ein Prozess gegen den 25-Jährigen erheblich hinauszögern. Seine psychische Verfassung müsse nun ausführlich untersucht werden, berichtete die Zeitung "Denver Post". Richter Carlos Samour ordnete an, Holmes vorübergehend in eine staatliche Psychiatrie einzuweisen.

Holmes wird beschuldigt, in der Nacht zum 20. Juli 2012 in einem Kino in Aurora nahe Denver wahllos in das Publikum gefeuert zu haben. Bei dem Blutbad wurden zwölf Menschen getötet und 70 weitere verletzt. Der mutmaßliche Schütze wurde unmittelbar nach der Tat auf einem Parkplatz am Kino festgenommen.

Der Beginn des Prozesses ist eigentlich für Februar 2014 angesetzt. Die Staatsanwaltschaft will dort die Todesstrafe für Holmes fordern. Seine Anwälte hatten von Anfang an geltend gemacht, dass ihr Mandant schwer gestört sei. Sie verwiesen unter anderem darauf, dass er sich vor der Tat in psychiatrischer Behandlung befand. Die Verteidigung versuchte zunächst, einen Deal mit der Staatsanwaltschaft auszuhandeln: Schuldeingeständnis gegen Verzicht auf Todesstrafe. Die Anklagebehörde ließ sich jedoch nicht darauf ein.

Holmes hatte Neurowissenschaften an der Universität von Colorado studiert. Seine Probleme blieben dort nicht unbemerkt. Wenige Wochen vor der Tat brach er das Studium ab. Die Morde im Kino soll er laut Anklage akribisch vorbereitet haben: Rund 6300 Patronen und vier Schusswaffen hatte Holmes gekauft - alle legal. Zudem soll er sich zwei Kanister Tränengas besorgt haben. In seiner Wohnung fand die Polizei ausgeklügelte Sprengfallen, die Spezialisten jedoch entschärfen konnten.

wit/dpa/AP

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