Ausbrecher-Verteidiger Heckhoffs Rechtsanwalt angeklagt

Die beiden Schwerverbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski sorgten mit ihrer Flucht aus dem Aachener Gefängnis vor Aufregung. Ab Mai müssen sie sich wegen ihres Ausbruchs vor Gericht verantworten. Heckhoffs Rechtsanwalt steht ebenfalls ein Prozess bevor.


Hamburg - Das Landgericht Aachen muss in den kommenden Wochen zwei komplizierte Gerichtsverhandlungen terminieren, die vor der 8. Großen Kammer im Mai beginnen sollen. Es geht einmal um den Prozess gegen zwei der brutalsten deutschen Schwerverbrecher und Mörder, Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski. Die beiden hielten Ende vergangenen Jahres die Republik in Atem, als sie bewaffnet aus dem Aachener Gefängnis ausbrachen, Geiseln nahmen und erst nach Tagen gefasst wurden. Ihnen soll ab dem 20. Mai zusammen mit einem Gefängnis-Beamten, der bei der Flucht geholfen haben soll, der Prozess gemacht werden.

Im zweiten Verfahren steht Heckhoffs Rechtsanwalt Rainer Dietz in eigener Sache vor Gericht; er ist angeklagt wegen Urkundenfälschung und Geldwäsche. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat er einem Anlagebetrüger, der aus dem Knast heraus seine "Geschäfte" betreibt, bei der Geldwäsche von mehr als 45.000 Euro geholfen.

Beim zweiten Teil der Anklage, der Urkundenfälschung, geht es um eine ungewöhnliche Art der Mandantenwerbung. Falls die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zutreffen, hat sich Dietz mit gefälschten Unterlagen Zugang zu Untersuchungshäftlingen erschlichen und versucht, die Mandate zu übernehmen; vorzugsweise in spektakulären Verfahren. Darüber hatten sich andere Anwälte beschwert.

Dietz hält die Vorwürfe für "haltlos" und hat sich seinerseits einen Anwalt genommen.



insgesamt 51 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
DJ Doena 30.11.2009
1.
Zitat von sysopSeit vier Tagen ist der Schwerkriminelle Peter Michalski auf der Flucht, die Polizei vermutet ihn jetzt in Bielefeld. Seine Flucht beschäftigt ganz Deutschland. Sind unsere Gefängnisse sicher genug?
Statistisch gesehen? Auf jeden Fall. Oder wie oft hört man im Jahr schon mal von einem Ausbruch bei wievielen hundertausend Insassen?
electricalengineer 30.11.2009
2. Eine Sache ist nur so sicher...
... wie ihr schwächstes Glied, im Gefängnis ist das der Mensch in Form des Strafvollzugsbeamten. Ist dieser erpressbar oder bestechlich ist das sicherste Gefängnis auch nicht sicherer wie ein einfacher Holzverschlag.
matthias schwalbe, 30.11.2009
3.
Unsere Gefängnisse sind schon sehr sicher. Der größte "Unsicherheitsfaktor" ist und bleibt aber der Mensch und zwar in allen seinen Variationen. Bei Justizminister angefangen über Richter+Staatsanwälten bis zum einfachen JVA-Beamten.
The Godfather 30.11.2009
4.
---Zitat--- die Polizei vermutet ihn jetzt in Bielefeld ---Zitatende--- Die Polizei gibt genau das bekannt, was die Presse schreiben soll. Soll sich der Flüchtige in Sicherheit wiegen? Ist er tatsächlich in Bielefeld? Läuft schon eine Fahndung in München? Tja, liebe Polizei, das wisst nur Ihr allein. Die Presse schtreibt jedenfalls fleissig Eure FakeNews
Direwolf 30.11.2009
5.
Zitat von The GodfatherDie Polizei gibt genau das bekannt, was die Presse schreiben soll. Soll sich der Flüchtige in Sicherheit wiegen? Ist er tatsächlich in Bielefeld? Läuft schon eine Fahndung in München? Tja, liebe Polizei, das wisst nur Ihr allein. Die Presse schtreibt jedenfalls fleissig Eure FakeNews
Und das ist auch gut so. Man denke mal an den wundervollen, unabhängigen und investigativen Journalismus, den wir im Zuge des Gladbecker Geiseldramas erleben durften. Und was die Frage des Sysop angeht. Ich würder sagen sie sind sicher genug. Das absolut ausbruchssichere Gefängnis gibt es nicht und die Zahl der Ausbrüche ist ja auch eher gering.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.