Paketexplosionen in Texas Polizei findet Video-Geständnis von mutmaßlichem Serientäter

Als ihm die Ermittler auf die Spur kamen, filmte sich der mutmaßliche Serienbomber von Austin 25 Minuten lang. Die Polizei spricht vom "Aufschrei eines sehr verstörten jungen Mannes".

Tatverdächtiger auf einem Überwachungsvideo in FedEx-Filiale
REUTERS/WOAI/KABB

Tatverdächtiger auf einem Überwachungsvideo in FedEx-Filiale


Polizisten im texanischen Austin haben das Handy des Tatverdächtigen im Fall der Paketbombenanschläge ausgewertet. Auf dem Gerät fanden sie ein 25-Minuten-Video, das der 23-jährige Mark Anthony Conditt von sich selbst aufgenommen haben soll. Demnach beschreibt er darin, wie er die Bomben baute und wie sie sich voneinander unterschieden. Die Polizei behandelt die Aufnahme eigenen Angaben zufolge als Geständnis.

"Es ist der Aufschrei eines sehr verstörten jungen Mannes, der über die Schwierigkeiten in seinem Leben berichtet, die ihn an diesen Punkt gebracht haben", sagte der Interims-Polizeichef von Austin, Brian Manley. In der Botschaft des Mannes habe es keine Bezüge zu Terrorismus oder einem Hassverbrechen gegeben. Er wisse, dass jeder mehr über das Motiv des Mannes erfahren wolle, sagte Manley. Aber man werde niemals einen rationalen Grund für diese Taten finden.

Conditt soll für alle fünf Paketbombenanschläge seit dem 2. März verantwortlich sein. Dabei waren zwei Menschen gestorben und fünf weitere verletzt worden. Die Polizei war Conditt über verdächtige Transaktionen im Internet sowie durch Zeugenaussagen auf die Spur gekommen. Am Dienstagabend wurde ein Haftbefehl erlassen. Etwa zu diesem Zeitpunkt entstand laut Polizei das Handyvideo.

Einsatzkräfte spürten Conditt am Mittwoch in einem Hotel in Round Rock nördlich von Austin auf. Sie waren vor dem Hotel, als Conditt in einen Wagen stieg und davonfuhr. Bei der Verfolgungsjagd landete der Tatverdächtige in einem Graben. Er zündete daraufhin in dem Auto einen Sprengsatz und tötete sich selbst. Ein Polizist wurde bei der Explosion verletzt.

Video: Mutmaßlicher Serientäter tötet sich selbst

REUTERS

Ermittler durchsuchten im Anschluss die Wohnung von Conditt in Pflugerville und sprachen mit seinen Mitbewohnern. Sie fanden in seiner Wohnung Material zum Bombenbau, aber keine weiteren einsatzfähigen Sprengsätze. Das "Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives" teilte mit, man sei sich recht sicher, dass keine weiteren Bomben in Umlauf seien, die Behörde rief jedoch weiterhin zur Vorsicht auf.

Eine Tante des Tatverdächtigen veröffentlichte am Mittwoch eine Erklärung. Conditts Angehörige seien "am Boden zerstört" über die Nachricht, dass ein Familienmitglied in solch schreckliche Taten verwickelt sein könnte. "Wir hatten keine Ahnung von der Dunkelheit, in der sich Mark befunden haben muss." Die Tante beschreibt die Familie als normal. "Wir lieben, wir beten, und wir versuchen, andere zu inspirieren und ihnen zu dienen."

aar



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