Austin in Texas Zwei Radfahrer bei Explosion verletzt

Vier Detonationen innerhalb weniger Wochen halten Austins Polizei und Bevölkerung in Atem. Bei der jüngsten Explosion wurden zwei Radfahrer verletzt - Ermittler vermuten einen Zusammenhang zwischen den Taten.

Polizisten in der Nähe des Tatorts
AP

Polizisten in der Nähe des Tatorts


In Austin geht die Angst um: Zwei weitere Menschen sind bei einer Detonation verletzt worden. Zwei Männer in ihren Zwanzigern wurden am Sonntagabend verwundet, als sie auf Fahrrädern in einem Stadtteil im Südwesten der US-Stadt unterwegs waren.

Damit sind seit dem 2. März in Austin bei Explosionen insgesamt zwei Menschen gestorben und vier verletzt worden. Ob der jüngste Vorfall in Zusammenhang mit den anderen steht, ist unklar. Die Polizei geht aber diesem Verdacht nach. "Wir arbeiten unter der Annahme, dass dies mit den anderen Bombenexplosionen zu tun hat, die sich hier in den vergangenen Wochen ereignet haben", sagte Austins Polizeichef Brian Manley.

  • Am 2. März starb ein 39-jähriger Bauarbeiter im Nordosten Austins durch eine Paketbombe.
  • Am 12. März wurde ein 17-jähriger Schüler getötet, als ein Paket westlich des Stadtzentrums explodierte. Die Mutter des Jungen wurde verwundet.
  • Ebenfalls am 12. März verletzte eine Paketexplosion eine 75-Jährige im Südosten der Stadt.
  • Die beiden Radfahrer wurden im Südwesten der Stadt verletzt. Sie mussten laut Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht werden, erlitten aber keine lebensbedrohlichen Verletzungen.

Manley erneuerte seine Warnung, keine unbekannten oder unerwarteten Pakete anzufassen oder sich ihnen zu nähern.

Bei den ersten drei Vorfällen waren Pakete über Nacht an Wohnhäusern hinterlegt worden - nicht von der Post oder privaten Boten. Die jüngste Detonation sei dagegen möglicherweise durch einen Stolperdraht ausgelöst worden, sagte Manley. Weil die Opfer der ersten drei Explosionen schwarz oder Hispanics waren, steht die Vermutung im Raum, es handle sich um Hassverbrechen. Inzwischen sagen Ermittler, jedes Motiv sei denkbar.

In den vergangenen Wochen hat die Polizei Hunderte Notrufe wegen unbekannter Pakete erhalten. In keinem Fall wurde etwas Gefährliches gefunden. Insgesamt 115.000 Dollar sind als Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des oder der Verantwortlichen für die ersten drei Explosionen führen.

Laut Manley sind 500 Ermittler mit dem Fall betraut. Bislang seien mehr als 430 Hinweise geprüft und mehr als 260 Personen befragt worden. Einen Verdächtigen habe man bislang nicht ermitteln können. Wer auch immer die Sprengsätze gebaut habe, müsse über Expertenwissen verfügen. Der Bomber habe wohl eine "Botschaft", aber den Ermittlern sei unklar, worin sie bestehe. An den Täter gerichtet sagte Manley: "Wir wollen verstehen, was Sie an diesen Punkt gebracht hat und wir wollen Ihnen zuhören."

Bislang gibt es nur wenige Informationen über eine mögliche Verbindung zwischen den Opfern. Die verletzte 75-Jährige habe nach derzeitigem Kenntnisstand keinen Bezug zu den anderen Opfern, hieß es von den Behörden.

Der Stiefvater des getöteten 39-Jährigen war indes laut "Washington Post" mit dem Großvater des gestorbenen 17-Jährigen befreundet. Demnach waren die Männer einst in einer Studentenverbindung. Der Stiefvater des ersten Opfers war nach eigenen Angaben zudem Pastor in einer Kirche, die der Großvater des Teenagers besuchte. Der Stiefvater sagte der "Washington Post", er glaube nicht, dass die Verbindung in Zusammenhang mit den Taten Zufall sei. "Jemand hat seine Hausaufgaben über uns gemacht, und die wussten, was sie taten", sagte er.

ulz/AP

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