Freiheitsstrafe wegen erfundener Krebserkrankung Ein "jämmerlicher" Betrug

Eine junge Australierin muss ins Gefängnis. Sie hatte sich mit einer erfundenen Krebserkrankung 42.000 australische Dollar ergaunert.

Melbourne Magistrates Court
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Ein australisches Gericht hat eine 24-Jährige zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt, weil sie sich mit einer erfundenen Krebserkrankung Spenden erschlichen hatte. Laut BBC hatte die junge Frau ihren Eltern erzählt, dass sie im Ausland behandelt werden müsse. Diese hatten daraufhin bei Freunden insgesamt 42.000 australische Dollar für die junge Frau gesammelt.

Die Angeklagte gab das Geld dem Bericht zufolge für Urlaub und Partys aus. Sie hatte sich schuldig bekannt, sich in sieben Fällen Eigentum durch Betrug angeeignet zu haben.

Ein Richter am Melbourne Magistrates Court bezeichnete den Betrug als "jämmerlich". Sie habe den Wunsch von Menschen zu helfen und das soziale Vertrauen verletzt. "Das sind Leute, die hart arbeiten und tief in ihre eigenen Taschen gegriffen haben", sagte er.

Unter anderem soll eine einzelne Person 10.000 australische Dollar gespendet haben, nachdem sie selbst wegen einer Krebsbehandlung aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Der Betrug flog demnach auf, nachdem ein anderer Spender misstrauisch wurde - er hatte Bilder der angeblich Kranken auf Facebook gesehen.

Ihre Verteidigerin Beverley Lindsay forderte, dass die junge Frau nicht ins Gefängnis kommen solle, weil sie ihr Leben geändert habe. Außerdem sei das Vergehen ihrer Mandantin weniger schlimm als das der Bloggerin Belle Gibson. Sie musste 275.000 Euro Strafe zahlen, weil sie die Heilung eines erfundenen Gehirntumors vermarktete.

Der Richter jedoch hielt die Fälle für nicht direkt vergleichbar. Das Gericht müsse außerdem potenzielle Nachahmer abschrecken.

bbr

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