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12. September 2018, 12:26 Uhr

Australien

Polizei sucht nach 36 Jahren erneut Leiche einer Vermissten

In Australien löst ein Cold-Case-Fall großes Interesse aus - mehr als 30 Jahre nach dem Verschwinden einer Frau wird nun erneut nach ihr gesucht. Unter Verdacht steht ihr Ehemann.

Am Abend des 8. Januar 1982 telefonierte Lynette Dawson aus einem Vorort Sydneys mit ihrer Mutter. Die beiden Frauen verabredeten sich für den nächsten Tag zum Mittagessen - doch die jüngere erschien nie. Erst Wochen später meldete ihr Ehemann sie als vermisst. Der Fall konnte nie gelöst werden. Doch nun, mehr als 30 Jahre nach dem Verschwinden Dawsons hat die Polizei erneut begonnen, an ihrem früheren Wohnhaus nach der Leiche zu suchen.

Die Polizei werde mindestens fünf Tage lang auf dem Grundstück in Bayview graben, sagte Kriminalkommissar Scott Cook australischen Reportern. Dabei sollen neue Technologien eingesetzt werden. Der Fall war durch den Podcast "Teacher's Pet" einem Millionenpublikum bekannt geworden.

Der Ehemann, ein ehemaliger Rugby-Spieler und Lehrer, hatte damals eine Affäre mit einer Schülerin im Teenageralter, die wenige Tage nach dem Verschwinden der damals 33-Jährigen in das Haus der Familie einzog. Der Ehemann meldete seine Frau sechs Wochen lang nicht als vermisst. Sie sei möglicherweise mit einer Sekte verschwunden, sagte er damals, und bestritt wiederholt, mit ihrem Verschwinden zu tun zu haben.

Gerichtliche Untersuchungen deuteten bereits 2001 und 2003 darauf hin, dass Lynette Dawson von ihrem Ehemann umgebracht wurde. Die Staatsanwaltschaft lehnte eine Anklage wegen unzureichender Beweise jedoch ab. Die Polizei rollte den Fall 2015 wieder auf. Cook sagte, er glaube, dass es noch immer zu einer Anklage gegen den Ehemann kommen könne, auch wenn keine Leiche gefunden werde.

bbr/dpa

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