Australien Verdächtige Päckchen - Polizei nimmt 49-Jährigen fest

Ermittler in Australien haben nach dem Fund Dutzender Päckchen mit verdächtigem Inhalt einen Mann gefasst. Die Post war an ausländische Botschaften und Konsulate in mehreren Städten geschickt worden.

Einsatz vor dem indischen und französischen Konsulat in Melbourne
AAP/Kaitlyn Offer/REUTERS

Einsatz vor dem indischen und französischen Konsulat in Melbourne


Die australische Polizei hat nach dem Fund bedrohlich wirkender Päckchen in ausländischen Botschaften und Konsulaten einen Verdächtigen festgenommen. Der 49-Jährige aus der Stadt Shepparton sei in der Nacht in seiner Wohnung gefasst worden, teilten die Ermittler mit.

Der Beschuldigte sitzt nun in Melbourne in Untersuchungshaft. Bei einem ersten Gerichtstermin machte er keine Angaben zu seinen Motiven. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis für den Versand gefährlicher Stoffe mit der Post. Zunächst hatten die Behörden das Alter des Mannes mit 48 Jahren angegeben.

Der Festgenommene soll für das Verschicken von 38 Päckchen verantwortlich sein, die an Ländervertretungen in den Millionenmetropolen Melbourne und Sydney sowie in der Hauptstadt Canberra adressiert waren. Darin sei eine Substanz - früheren Angaben zufolge handelte es sich um ein verdächtiges weißes Pulver - enthalten gewesen, deren genaue Zusammensetzung noch geprüft werde. Bislang seien 29 dieser Päckchen sichergestellt worden, hieß es. Eine Gefahr für die Öffentlichkeit bestehe nicht.

"Ziehen Sie eine Maske auf"

In Melbourne haben zahlreiche Staaten Konsulate oder sind mit Honorarkonsuln vertreten. Die Botschaften haben ihren Sitz in Canberra.

Betroffen waren unter anderem diplomatische Vertretungen Frankreichs, Indiens und der Schweiz. Sicherheitshalber wurden mehrere Gebäude evakuiert und geschlossen. Zunächst hatte es geheißen, auch beim deutschen Konsulat in Melbourne sei ein Päckchen abgegeben worden. Das Auswärtige Amt dementierte dies jedoch. Auf den Postsendungen standen in englischer Sprache Warnungen wie "Asbest" und "Ziehen Sie eine Maske auf".

Die Behörden sind noch damit beschäftigt, die genaue Zusammensetzung der Sendungen zu prüfen. Der Begriff "Asbest" bezeichnet eine Gruppe nicht brennbarer, natürlicher Minerale mit faseriger Struktur. Zum Bauen oder als Brandschutz kam Asbest schon im Altertum zum Einsatz. Doch die Stoffe sind krebserregend und schaffen heute vor allem Entsorgungsprobleme.

wit/dpa



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