Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Organisiertes Verbrechen: Australische Polizei sprengt weltweiten Geldwäsche-Ring

Australien: Polizei gelingt Schlag gegen internationale Geldwäscher-Bande Fotos
AP/ Australia Federal Police

Die Verbrecher sollen auch die libanesische Hisbollah-Miliz finanziert haben: In Australien hat die Polizei ein internationales Netzwerk von Geldwäschern ausgehoben und umgerechnet fast 380 Millionen Euro beschlagnahmt. Festgenommen wurde auch ein US-Amerikaner.

Sydney - Australische Ermittler haben einen weltweiten Geldwäsche-Ring gesprengt, von dessen Einnahmen auch Gruppen wie die libanesische Hisbollah-Miliz profitiert haben sollen. Laut der australischen Kriminalpolizeibehörde ACC dauerte die Operation ein Jahr lang. Dabei seien mutmaßliche Mitwisser in mehr als zwanzig Ländern überprüft und 105 Verdächtige festgenommen worden. Der Tageszeitung "The Australian" zufolge beschlagnahmten die Ermittler Drogen und Bargeld im Wert von mehr als 550 Millionen Dollar - umgerechnet 378 Millionen Euro.

An dem Geldwäsche-Ring sollen unter anderem kriminelle Motorradgangs, Menschenhändler und Dutzende vermeintliche Wechselbüros im Mittleren Osten und in Asien beteiligt gewesen sein. Nach Berichten der Mediengruppe Fairfax reichte mindestens ein beteiligtes Wechselbüro im Nahen Osten einen Teil seiner Einnahmen an die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon weiter - die wird von Australien als Terrororganisation eingestuft.

Cannabis-Farm und Drogenlabore entdeckt

Die groß angelegte Polizei-Operation unter dem Codenamen "Eligo" soll die größte Fahndungsaktion dieser Art in Australien gewesen sein. Beteiligt waren auch die Behörden anderer Staaten. Die Ermittler ließen unter anderem drei Labore zur Herstellung der synthetischen Modedroge Crystal und die größte Cannabis-Farm der australischen Geschichte in Sydney schließen. Außerdem identifizierte die Polizei laut "Sydney Morning Herald" 130 bislang den Behörden unbekannte Protagonisten des organisierten Verbrechens.

Unter den Festgenommenen ist der Tageszeitung "The Australian" zufolge auch ein 58-jähriger US-Amerikaner. Der Mann soll demnach vergangene Woche über Costa Rica nach Australien gereist sein. Als Ermittler am Samstag zu seiner Wohnung kamen, fanden sie dort sieben Koffer voll Geld, die der Polizei zufolge für den Schmuggel ins Ausland bestimmt waren. In einem anderen Fall spürten die Fahnder laut "Sydney Morning Herald" einen Mexikaner auf, der im äußersten Süden Australiens für ein südamerikanisches Kartell arbeitete. Dort habe er von vietnamesischen Drogenhändlern große Mengen Bargeld erhalten, um sie heimlich außer Landes zu schaffen.

Der australische Justizminister Michael Keenan zeigte sich zufrieden mit dem Fahndungserfolg: "Drogen und Bargeld im Wert von mehr als 550 Millionen Dollar zu beschlagnahmen ist ein bedeutender Schlag gegen das organisierte Verbrechen" sagte Keenan laut "The Australian".

mxw/AFP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: